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Still und erfolgreich im Grünen unterwegs

Still und erfolgreich im Grünen unterwegs

Der Naturpark Nordeifel hat seinen Jahresbericht vorgelegt. Er ist zugleich die erste Bilanz für Alexander Wendlandt, der voriges Jahr die Geschäfte von Ernst Görgen übernahm.

Prüm. Es sei "eine ganz stille, erfolgreiche Arbeit", die im Naturpark Nordeifel geleistet werde, sagt Aloysius Söhngen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins Naturpark Nordeifel, dessen Gebiet sich vom Prümer Land bis hinauf an die Grenzen von Aachen und Düren zieht. In der Prümer Infostätte Mensch und Natur, Sitz des rheinland-pfälzischen Abschnitts, haben Söhngen, der Naturpark-Vorsitzende Günter Schumacher, Geschäftsführer Alexander Wendlandt und Mitarbeiter Ulrich Klinkhammer den Jahresbericht des Parks vorgestellt.
Mehr als 60 Programmpunkte habe der Naturpark gemeinsam mit etlichen Helfern in diesem Jahr abgearbeitet: So pflegte man auf 38 Kilometern Länge Flurhecken in den Verbandsgemeinden Prüm und Obere Kyll. Diese Hecken, sagt Wendlandt, "haben eine vielfältige Funktion" - sie bieten Lebensraum und Schutz, "und sie haben einen ästhetischen Wert". Im Mehlenbachtal ließ der Park vor allem Fichten an den Ufern schlagen, um den Bach wieder in einen möglichst naturnahen Zustand zu versetzen: "Fichten kommen dort normalerweise nicht vor", sagt Wendlandt. "Sie entziehen dem Umfeld enorme Wassermengen. Und sie versauern den Bach durch Nadelstreu." Ebenfalls angelaufen ist das Projekt zu den Streuobstwiesen, deren Nutzung man für ihre Besitzer wieder attraktiv machen will (der TV berichtete). Dazu gehört auch, die Obstbäume vom immer stärkeren Mistelbefall der vergangenen Jahre zu befreien.
Ebenfalls gestartet: die Erfassung, Kartierung und Renaturierung aller Quellen im Einzugsgebiet der Prüm. Finanziert wird das von der Naturschutz-Stiftung der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, die im vorigen Jahr 14 000 Euro dafür bereitstellte. Mit der Kartierung wurde ein Planungsbüro beauftragt. Bisher sind bereits 75 Quellen ausfindig gemacht, viele davon sind mit Mauern eingefasst und werden als Viehtränken benutzt.
Der Park will sie möglichst wieder in den Urzustand versetzen. Das aber gehe nur in Abstimmung mit den Besitzern: "Wenn wir das tun, dann zusammen mit den Eigentümern", sagt Söhngen. "Nie gegen sie." Ein weiteres Projekt: Der Umgang mit dem Westwall, den man in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz zum "grünen Wall" machen will - inklusive der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Bunkeranlagen.
Vom Eifel-Blick zum Wanderweg


Auch touristisch ist der Park tätig - baut und betreut in Kooperation mit dem Eifelverein Wanderwege und errichtet "Eifel-Blicke" an besonders schönen Aussichtspunkten. In Schönecken erneuerte man außerdem eine Rad- und Wanderbrücke über die Nims.
Hinzu kommen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, darunter die Mitarbeit an den "Eifel-Expeditionen". Das Programmheft mit rund 1200 dieser Ausflüge ist in der Infostätte erhältlich. Viel Programm also, das ohne die Förderung durch das Land - 80 Prozent des Budgets von 110 000 Euro auf rheinland-pfälzischer Seite - nicht möglich wäre: "Das ist wirklich richtig gut", sagt Aloysius Söhngen. "Das muss man dick unterstreichen."
Der Bericht markiert zugleich den Ablauf des ersten Jahres für Wendlandt, der Anfang 2013 den Posten von Ernst Görgen übernommen hatte: Der Übergang habe hervorragend geklappt, sagt Söhngen. Ebenso gut, sagt Günter Schumacher, funktioniere die Zusammenarbeit zwischen den Naturpark-Akteuren beiderseits der Grenze: "Wir haben eine gute, interne und zwischenmenschliche Abstimmung."
Extra

Der Naturpark Nordeifel wurde 1960 in Schleiden (Kreis Euskirchen) gegründet, 1970 kam das kleinere Teilgebiet in Rheinland-Pfalz hinzu, ebenso wie die Partnerschaft mit dem belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel. Gemeinsam bilden die drei Abschnitte seitdem den "Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel." Auf nordrhein-westfälischer Seite liegt im Naturparkgebiet auch der Nationalpark Eifel . Die Aufgaben des Naturparks: Erhaltung, Pflege und Entwicklung der Landschaft; die Entwicklung naturverträglicher Tourismusangebote, Regionalentwicklung und Umweltbildung. Gesamtausgaben 2013: 711 000 Euro.