Stinkende Pfützen

BITBURG. (cus) Beim Entleeren von Restmülltonnen fließen teilweise stinkende Flüssigkeiten auf die Straße. Das Entsorgungsunternehmen Awu führt die Pfützen auf falsche Befüllung der Tonnen zurück.

Jürgen Schneider wohnt in der Wohnsiedlung Metzwieschen in Bitburg. Immer wieder fällt ihm auf, dass nach der Müllabfuhr in der Siedlung Lachen auf der Straße zurück bleiben. "Das stinkt vor allem im Sommer fürchterlich. Niemand darf Ladung verlieren, also darf das auch beim Müllauto nicht passieren", sagt Schneider. Schon im Vorjahr hat er sich bei verschiedenen Stellen über die Pfützen beschwert, ist aber auf Achselzucken oder taube Ohren gestoßen. Nach einem erneuten Fall informiert er den TV und hakt auch bei der Kreisverwaltung nach. Nach einigem Hin und Her sehen sich Vertreter der Behörde und des beauftragten Entsorgungsunternehmens Awu aus Oberweiler die Bescherung vor Ort an. "Offensichtlich befüllen manche Bürger ihre Restmülltonnen mit Flüssigkeiten, obwohl dies gesetzlich nicht zulässig ist", erklärt Awu-Geschäftsführerin Irene Weis auf TV -Anfrage. Ein solcher "Saft" kann sich auch bilden, wenn Tonnen etliche Wochen nicht entleert werden und zum Beispiel mit Grünschnitt befüllt sind. Auch solche Bioabfälle gehören grundsätzlich nicht in die Tonne, sondern auf den Kompost. Das Problem: Wenn die Tonnen maschinell ins Sammelfahrzeug gekippt werden, entsteht ein enorm hoher Druck auf die Dichtungen an der Einfüllklappe. Dabei kommt es vor, dass Flüssigkeit entweicht. "Hätten wir den Auftrag, Flüssigkeiten zu transportieren, müssten wir mit Druckbehälter-Spezialfahrzeugen ausgestattet sein. In den Restmüll gehören aber nur feste Stoffe", sagt Weis. Deshalb könne die Awu nichts für die Pfützen: "Unsere Fahrzeuge sind in Ordnung und werden regelmäßig genau geprüft."Neue Dichtungen am Sammelfahrzeug

Im konkreten Fall reagierte die Awu und erneuerte zur Sicherheit die Gummidichtungen eines Müllfahrzeugs. Die Fahrer sind außerdem angewiesen, die Gummis von Unrat zu befreien und den Zustand zu kontrollieren. Beim jüngsten Müllabfuhr-Termin stellte Jürgen Schneider prompt eine deutliche Verbesserung fest. Statt einer großen Pfütze blieb nur ein nasser Strich auf der Straße zurück. Für Schneider ein Anzeichen, dass es an den Dichtungen lag: "Früher gab es nie solche Probleme. Wenn die Fahrzeuge in Ordnung sind, funktioniert das auch richtig." Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Mailen Sie uns Ihr Anliegen an thema@volksfreund.de. Wir bringen es voran.