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Störche machen Pause in der Region

Vögel sind auf der Durchreise durch Rheinland-Pfalz : Störche machen Pause in der Region

Die Zugvögel kehren dieses Jahr früh aus den Winterferien zurück. Und rasten in der Region. Niederlassen wollen sie sich in die Tiere hier aber nicht. Denn sie finden keinen Lebensraum – im Gegensatz zu ihren Verwandten.

Mit großen Schritten schleicht der Fremde am Zaun vorbei. Und behält dabei das Treiben auf deaar Air Base Spangdahlem genau im Auge. Wäre der Spion ein Mensch, und kein Storch, würden die Amerikaner sicher misstrauisch werden. Wie er da so an ihrem Stützpunkt entlangspaziert.

Dann spreizt der weiße Vogel die Flügel, erhebt sich in die Lüfte und fliegt über das Gitter. Auch das eigentlich: ein No-Go. Normalerweise sind die US-Truppen empfindlich, wenn jemand ihre Basis aus der Luft ausspäht – etwa mit Drohnen. Bei dem Tier machen sie aber eine Ausnahme. Der ist bald ohnehin nur noch als schwarzer Punkt am Horizont zu erkennen. Und dann auch ganz weg.

In der Eifel hat er wohl nur eine kurze Rast eingelegt. Denn die Zugvögel bleiben nicht. Sie sind nur auf Durchreise in andere Gefilde.

Die gefiederten Frühlingsboten kommen 2020 früh aus den Winterferien zurück. Ersten Heimkehrer wurden bereits im Februar beim Rückflug aus Südeuropa und Afrika beoabchtet. Einige haben direkt in Deutschland überwintert.

Das hat nach Meinung von Ornithologen mit dem Klimawandel zu tun. Denn die Tiere richten sich bei ihren Reisen nach der Temperatur. Wenn es also früher wärmer wird, ziehen sie auch früher heimwärts.

Dieses Heim liegt allerdings nicht in der Region. „Der Weißstorch ist hierzulande nicht ansässig“, sagt Peter Brixius, Fachmann vom Naturschutzbund (BUND) Südeifel. In der gesamten Region Trier gebe es keine bekannten Brutplätze.

Das bestätigt auch ein Blick auf eine Karte, die das rheinland-pfälzische Umweltministerium, im Netz zur Verfügung stellt. Demnach nistet der Ciconia Ciconia zwar in Rheinland-Pfalz, nämlich rund um Mainz und in der Pfalz. An der Mosel, in der Eifel und im Hunsrück aber hat sich die geschützte Art bislang nicht niedergelassen. Auf die Geburtenrate in der Region hat dies übrigens keine Auswirkung – auch im französischen Elsass und in Brandenburg, wo das Federvieh auf etlichen Dächern nistet, war in den vergangenen Jahren kein übermäßíger Babyboom zu verzeichnen. Sei’s drum: Störche sind bei uns jedenfalls nur selten anzutreffen. „Hier finden die Tiere nicht den geeigneten Lebensraum“, sagt Experte Brixius. Störche bevorzugten Feuchtwiesen. Und die seien rund um Trier, Bitburg, Wittlich und Daun  rar. Das heißt aber nicht, dass man die Tiere hierzulande nie zu Gesicht bekäme.

Denn wenn Adebar hungrig und entkräftet ist, oder das Wetter, wie dieser Tage, stürmisch und verregnet – dann macht er schon mal einen Zwischenstopp.

Wie jetzt jüngst in der Eifel: Außer in Spangdahlem wurden die Vögel auch in der Stedemer Senke bei Bitburg und in Ralingen an der Sauer gesichtet.

Und auch an der Mosel und im Hunsrück werden die Tiere bald sicher wieder auftauchen. Spätestens im Herbst, wenn sie wieder in ihr Feriendomizil aufbrechen, werden sie wohl hierzulande wieder Halt machen.

Wer solange nicht warten will, dem sei ein Besuch des Nationalparks Hunsrück oder in den Eifeler Wäldern angeraten. Denn dort lebt ein naher Verwandter des Zugvogels: der Schwarzstorch.

Diese Tiere sind noch seltener, finden in Teilen der Region aber den perfekten Lebensraum: nämlich naturnahe, dichte Wälder.

Bei den Landesforsten Rheinland-Pfalz geht man derzeit von zehn bis vierzehn Brutpaaren aus, die in der Region Trier leben.

 Auch Thomas Pitsch aus Bruch ist ein Schnappschuss am Südtor zur Air Base gelungen.
Auch Thomas Pitsch aus Bruch ist ein Schnappschuss am Südtor zur Air Base gelungen. Foto: tv/Thomas Pitsch

Wenn Sie in der Region Störche beobachten, schießen Sie doch ein Foto und senden es uns per E-Mail zu, unter: eifel@volksfreund.de. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.