Straßenbau und Unfallstatistik im Eifelkreis

Archiv Februar 2019 : Ausbau hat die B51 sicherer gemacht

Es kracht insgesamt rund 4000 mal auf den Straßen im Eifelkreis – vor allem auf der B 410 und der B 50, wie die Statistiken der Polizei zeigen.

Die Bundesstraße B50, die den Eifelkreis von Spangdahlem bis zur luxemburgischen Grenze bei Vianden durchkreuzt, war in den vergangenen Jahren stets die unfallträchtigste Verkehrsader im Altkreis Bitburg - auch weil die Zahlen auf der B51 deutlich zurückgegangen sind. Im Zeitraum 2014 bis 2017 wurden dort Jahr für Jahr zwischen 150 und 170 Unfälle erfasst.

Im Vergleich zu anderen Straßen ist das recht viel, im Vergleich zu früheren Jahren aber durchaus wenig.  2009 beispielsweise wurden auf diesem rund 47 Kilometer langen Abschnitt noch rund 220 Unfälle erfasst. Offensichtlich hat der Straßenausbau der vergangen Jahre die Statistik positiv beeinflusst.

„Durch sehr umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen konnte der langjährige Unfallschwerpunkt Albachmühle bei Bitburg deutlich entschärft werden“, erklärt dazu Wolfgang Zenner von der Polizeiinspektion (PI) Bitburg. Ähnliches gelte auch für andere Bundesstraßen. „Auf der B 51 mit ihrem hohen Anteil an Schwerlastverkehr hat der Bau zusätzlicher Fahrstreifen und damit die Möglichkeit eines gefahrlosen Überholens durchaus positive Auswirkungen“, so Zenner.

Ein Blick auf die Unfallzahlen scheint das zu bestätigen. Während 2014 noch 142 Unfälle auf der „Bitburger“ zwischen Helenenberg und der A 60-Anschlussstelle bei Fließem dokumentiert wurden, waren es in den Jahren darauf jeweils 20 bis 30 weniger.

Deutlich zurückgegangen ist auf der B 51 auch die Zahl der Schwerverletzten. 2014 waren es noch zwölf, 2017 lediglich vier. Getrübt wird diese Bilanz allerdings durch die regelmäßigen Schwankungen bei den Verkehrstoten. Denn, wenn es zu Unfällen kommt, dann enden diese mitunter auch tödlich. Fünf Menschen sind in den vergangen fünf Jahren auf der B 51 gestorben.

Auch in der Unfallstatistik der Polizeiinspektion Prüm ist die B 51 stark vertreten. Von 2014 bis 2017 starben drei Menschen auf dem Bundesstraßenstück zwischen dem A 60-Anschluss bei Prüm und der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, 17 weitere wurden als schwer verletzt erfasst. In der Statistik der Prümer noch stärker vertreten ist allerdings die B 410.
Auf keiner Bundesstraße im Eifelkreis hat es in den vergangenen Jahren so oft gekracht wie dort. Mehr als 200 Unfälle gab es allein 2017; im Zeitraum 2014 bis 2017 waren es insgesamt 779. Drei Menschen kamen ums Leben, 42 wurden schwer verletzt. Vergleichsweise harmlos ist demgegenüber der im Prümer Bereich liegende Abschnitt der A 60. Dort kommt es im Schnitt pro Jahr zu 70 Unfällen.

Vom Prümer Raum wieder zurück in den Süden des Eifelkreises, wo auch die B 257 häufiger in der Unfallstatistik auftaucht. Vor allem der Abschnitt zwischen Bitburg und Echternacherbrück. 2016 wurden auf diesem Teilstück 62 Unfälle gezählt, im Jahr darauf waren es 91, also gut 50 Prozent mehr. Wie Zenner erklärt, gibt es für diese Unregelmäßigkeiten einen Grund.

„Die Zahlen für den Streckenabschnitt der B 257 zwischen Bitburg und Echternacherbrück muss man sehr differenziert betrachten“, erklärt der Zenner. So seien dort in den vergangenen Jahren immer wieder sehr langfristige Baumaßnahmen gestartet worden. Dazu zählten beispielsweise die Errichtung der kreuzungsfreien Anschlüsse bei Niederweis, die Sanierung der Nimsbrücke bei Alsdorf oder aber die im vergangenen Spätsommer begonnenen Arbeiten an der Talbrücke bei Irrel. Diese Baumaßnahmen hätten meist erhebliche Verkehrsbeschränkungen zur Folge, was sich auch auf das Unfallgeschehen auswirke, sagt Zenner.

Nur eingeschränkt aussagekräftig sind auf diesem B 257-Abschnitt auch die Zahlen für dieses und die kommenden Jahre. So wird derzeit in Höhe Alsdorf am nächsten kreuzungsfreien Anschluss gebaut. Und zwei weitere sollen bei Wolsfeld und Messerich folgen. Dass die derzeitigen Anschlüsse durchaus ein Risiko sind, haben die vergangenen Jahre gezeigt. 2018 hat es an allen drei Anschlüssen gekracht: im März bei Wolsfeld und im Mai zunächst bei Alsdorf und dann bei Messerich. Zehn Menschen wurden dabei verletzt.

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein arbeitet daran, die Straßen sicherer zu machen. Vor allem dort, wo sich Unfälle häufen. „Im Rahmen einer Unfallkommission, die der LBM einberuft und in der  die Polizei, neben anderen Behörden für Straßenverkehr, mitwirkt,  werden fortlaufend alle Straßen geprüft, ob Unfallhäufungen vorliegen“, erklärt Richard Zeimetz, Mitarbeiter der PI Prüm und Verkehrssicherheitsberater des Polizeipräsidiums Trier. Zeichneten sich dabei sogenannte Unfallhäufungsstellen ab, würden dort kurzfristig Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.

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