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Straßenstreit im Schneifeldorf

Straßenstreit im Schneifeldorf

Wallung in Großlangenfeld: In der Schneifelgemeinde ärgern sich die einen über den durchrasenden Verkehr, andere über geparkte Autos am Straßenrand. Die Folge: Sachbeschädigungen und eine verängstigte Anwohnerin.

Großlangenfeld. Gemeint war es wohl als Witz, im Effekt aber wird etwas anderes daraus: "Es ist Sachbeschädigung", sagt Karl-Heinz Rach, Chef der Straßenmeisterei Prüm. Er meint damit die "Parkflächen", die in der Mainacht von Unbekannten auf die Fahrbahn der Landesstraße 1, der Ortsdurchfahrt von Großlangenfeld, gesprüht wurden. Nicht schön - zumal die Straße erst Ende des vergangenen Jahres erneuert worden ist (der TV berichtete).
Am kommenden Montag, 19. Mai, wollen sich Vertreter der Meisterei, der Polizei, der Orts- und der Verbandsgemeinde in Großlangenfeld treffen, um zu überlegen, wie man nun vorgehen soll. Denn es geht längst nicht nur um die unsachgemäßen Markierungen, die man wohl als ironischen Kommentar verstehen muss: Sie befinden sich nämlich an genau der Stelle, an der Anwohnerin Katharina Kessler seit einiger Zeit ihr Auto parkt. Damit versucht sie, den Verkehr im Dorf zu verlangsamen - die Landesstraße 1 wird von vielen befahren, die zum Beispiel zwischen Winterspelt und Bleialf unterwegs sind, zur Autobahn wollen oder von dort kommen.
Und die halten sich nicht immer an Tempo 50. Der geparkte Wagen zwingt deshalb immer wieder zum Abbremsen. "Und die Leute, die gewohnt sind, da durchzubrettern, die stört das", sagt eine Großlangenfelder Bürgerin.
Einige davon stört es offenbar so sehr, dass Wagen und Grundstück der Anwohnerin bereits mehrmals beschmutzt oder beschädigt wurden, unter anderem mit Gülle und Sägemehl. Zuletzt kappte jemand einen Baum auf dem Grundstück, den sie gerade hatte neu anpflanzen lassen.
"Da passiert ständig mehr", sagt Katharina Kessler. Ihr Wagen sei auch bereits mit Urin übergossen worden, "ich kriege Drohungen, dass man mich mit Steinen bewirft - und man kommt sogar aufs Grundstück." Außerdem werde häufig gehupt, wenn jemand an ihrem Auto vorbeifahre. "Und jedesmal, wenn ich draußen bin, hält einer an und macht mich zur Minna."
Die 66-Jährige berichtet von weiteren Vorfällen, die ihr offenbar gehörig an die Nerven gehen. Da hat sich offenbar etwas hochgeschaukelt - was gewiss auch daran liegt, dass sich Katharina Kessler mittlerweile nichts mehr gefallen lässt und dann auch flott mit der Polizei droht, wenn wieder einmal jemand sich einen Streich ausdenkt.
Und was sagen die Beamten der Inspektion Prüm dazu? Sie bestätigen, dass die Akte Großlangenfeld mittlerweile ziemlich viele Einträge habe: "Wir sind schon über einige Vorgänge informiert. Wir gehen allem nach, was wir kriegen", sagt Oberkommissar Jörg Schon, der Bezirksbeamte für das Prümer Land. Weiteres werde man beim Ortstermin am Montag besprechen.Meinung

So schnell geht das
In vielen Dörfern ist es längst die einzige praktikable Lösung, hemmungslose Raser auszubremsen: Einfach das Auto - erlaubterweise! - am Straßenrand stehen lassen. In Großlangenfeld macht das nur eine Anwohnerin - Katharina Kessler. Und dass sie durchaus streitbar ist, trägt natürlich wenig dazu bei, ihre Sympathiewerte im Ort und den Nachbardörfern zu verbessern. Schwupp ist man in die Ecke gestellt und wird drangsaliert. Witzig ist daran mittlerweile nichts mehr. fp.linden@volksfreund.de