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Streit um Kita-Ausbau in Jünkerath

Streit um Kita-Ausbau in Jünkerath

Der geplante Ausbau des Kindergartens in Jünkerath verursacht Ärger. Denn die umliegenden Gemeinden verweigern ihre Zustimmung zu der Investition. Sie beklagen, dass sie nicht frühzeitig in die Planungen einbezogen worden sind. Außerdem gibt es Zweifel an der Notwendigkeit des etwa 700 000 Euro teuren Projekts.

Jünkerath. "Ich bin stinksauer", Rainer Helfen, Ortsbürgermeister von Jünkerath, lässt keinen Zweifel daran aufkommen, was er von der aktuellen Situation um den geplanten Ausbau der Kindertagesstätte St. Antonius in Jünkerath hält. Auch die anderen Ratsmitglieder äußern ihr Unverständnis.

Der Grund für den Ärger: Bereits im vergangenen Jahr hat die Gemeinde eine ausgereifte Planung erarbeitet, um die Kita für die gesetzlich vorgeschriebene Aufnahme der ein- und zweijährigen Kinder zu erweitern. In diesem Zuge sollte das Gebäude auch energetisch auf den aktuellen Stand gebracht werden - eine Gesamtinvestition von etwa 700 000 Euro.

Doch nun hängt das Projekt in der Warteschleife. Denn die vier umliegenden Ortsgemeinden Esch, Feusdorf, Gönnersdorf und Schüller, deren Kinder die Einrichtung in Jünkerath nutzen, weigern sich, dem geplanten Ausbau zuzustimmen. Das aber sieht die bestehende Zweckverbandsvereinbarung vor.

Grund für die Missstimmung bei den Ortsgemeinden: Sie wurden ihrer Ansicht nach zu spät informiert, als die Planungen vonseiten Jünkeraths schon so gut wie abgeschlossen waren.

Nun wehren sie sich gegen den ihrer Meinung nach zu großen und zu teuren Ausbau. Man befürchtet, einen Kindergarten zu bauen, der viel zu groß ist. "Das sind ja Planungen für 2013, die Kinder dafür sind noch gar nicht gemacht", sagt Walter Schmidt, Ortsbürgermeister von Gönnersdorf.

Die bislang vorgelegten Informationen seien für eine Investition dieser Größenordnung zu dünn. Auf die Gemeinden kämen zusätzliche Kosten von rund 4000 Euro im Jahr zu - und das für 80 Jahre, denn so lange wird der Kindergarten abgeschrieben. Besonders in Esch ist der Ärger groß, wurde doch dort vor zwei Jahren die Kita geschlossen. Nun soll man für die Erweiterung in Jünkerath bezahlen. Dort hat man die Hoffnung, dass der örtliche Kindergarten doch wieder geöffnet werden kann - auch wenn das Landesjugendamt diesen Gedanken bereits aus pädagogischen Gründen abgelehnt hat, weil man die Kinder nicht an zwei getrennten Orten unterbringen will.

Die Gemeinden möchten, dass der Entwurf bei der Kreisverwaltung in Daun einer sogenannten "baufachlichen Prüfung" unterzogen wird. Die soll klären, ob die Planung dem Bedarf in Jünkerath angemessen ist. "Wenn es denn wirklich sein muss, sind wir die Letzten, die gegen den Ausbau sind", sagt Schmidt.

Helfen sieht der Prüfung gelassen entgegen: "Bei der Planung waren alle betroffenen Behörden mit eingebunden." Er wehrt sich auch entschieden dagegen, dass in Jünkerath zu großzügig geplant worden sei. "Wir haben immer die wirtschaftlichste Lösung gesucht." Nun hofft Helfen, dass die Prüfung möglichst schnell abgeschlossen ist und dann auch die notwendigen Kredite von der Kommunalaufsicht genehmigt werden.

Dann sollen sich die betroffenen Ortsgemeinden erneut zusammensetzen und eine Lösung finden, sagt Helfen. "Dabei könnten wir schon bauen."