KOLUMNE : Strickscheid

Welche Verbindung gibt es zwischen dem Papstbesuch in Myanmar und der Gemeinde Strickscheid? Wer nicht gleich darauf kommt, Strickscheids Ortsbürgermeister Albert Thiex kann helfen.

Die Sicherheitstechnik, die beim Papstbesuch in dem südostasiatischen Land im Einsatz war, stammt von der Firma Aaronia AG, und die hat ihren Sitz im Gewerbegebiet Euscheid/Strickscheid. Bei der Aaronia  werden  Instrumente zur Erkennung von Drohnen entwickelt, die auch bei NATO-Gipfeln für Sicherheit sorgen, weiß der Ortschef.

Auch in anderen Technikbereichen ist der 32-Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde Arzfeld ganz schön fortschrittlich. „Wir können mit unseren Photovoltaik­anlagen das Vierfache an Strom erzeugen, was wir im Ort brauchen, können den Überschuss aber nicht speichern“, sagt Thiex.

Der 62-Jährige bedauert, dass es noch keine entsprechende Batteriespeichertechnik dafür gibt. Er selbst und ein weiterer Landwirt haben die Photovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer landwirtschaftlichen Gebäude installiert. „Viele nutzen so ihre großen Dachflächen“, weiß Thiex, der sich freut, dass derzeit auch im Bereich Glasfaser im Ort etwas geschieht.

„Das Land braucht schnelles Internet genauso wie die Städte“, sagt der 62-Jährige und nennt als Beispiel die Fortbildung in Sachen Pflanzenschutz, die online erfolgt. Außerdem ist bei ihm auch ein Melkroboter im Einsatz, der mögliche Störungen auf das Handy meldet. In der Regel findet der Roboter aber die Zitzen der jeweiligen Kuh, und es gibt keine Störungen. Die Kühe werden gescannt und der Roboter kennt deren Merkmale. „Für die Älteren unter uns, in deren Jugend Kühe noch von Hand gemolken wurden, ist das verblüffend.“

Und wie finden die Kühe das mit dem Melkroboter? „Die Herde ist viel ruhiger, die Kühe gehen zum Roboter, wenn sie gemolken werden wollen, in ihrem normalen 24-Stunden-Rhythmus“, sagt der Landwirt.

Weiter geht es mit dem Hof auch in Zukunft, da der älteste Sohn in den Startlöchern steht. Auch in Sachen Kommunalpolitik könnte es weitergehen. Albert Thiex, seit 15 Jahren Ortsbürgermeister von Strickscheid, stellt sich noch mal zur Wahl. Die Wahl in dem kleinen Ort findet übrigens im Wohnzimmer von Albert Thiex statt.

Im Ort soll noch ein Buswarte-Unterstand geschaffen werden und der Ortschef wünscht sich, dass die Kreisstraße 117 endlich in Gänze ausgebaut wird. Der ehemalige Wirtschaftsweg sei bei Gegenverkehr etwas zu eng.

Positiv sieht Thiex an, dass es sechs Kinder im Ort gibt, keine Leerstände zu verzeichnen sind und dass Strickscheid ein „schönes, gepflegtes Dorf“ sei.