Strom für 600 Haushalte

Grundsätzlich ja, aber bitte nicht direkt an den Häusern: Das ist der Tenor, der sich bei einer Einwohnerversammlung zum geplanten Solarpark in Olmscheid herauskristallisierte. Auf Einladung von Ortsbürgermeister Herbert Kleis hatten Landschaftsarchitekt Bernhard Gillich und Edelbert Bach vom Trierer Bürgerservice die Planungen vorgestellt.

Olmscheid. "Wir wollen hier niemanden zu irgendetwas überreden": Das betonen Landschaftsarchitekt Bernhard Gillich und Edelbert Bach vom Trierer Bürgerservice immer wieder, als sie ihre Planungen für den Solarpark den über 50 durchaus skeptischen Anwesenden im Bürgerhaus vorstellen.

Solaranlage soll 7,5 Hektar groß werden



Auf einer Fläche von 7,5 Hektar direkt südlich von Olmscheid soll eine Solaranlage entstehen, die rund zwei Megawatt Strom pro Jahr erzeugen könnte. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 600 Haushalten. Die Vorteile der Solarenergie im Vergleich zu anderen Formen regenerativer Energie liegen laut Gillich im geringen Flächenbedarf.

So brauche man etwa für Biogas 25 Hektar Anbaufläche, um dieselbe Energiemenge wie ein Hektar Solaranlage zu erzeugen. Bei Raps seien es gar 50 Hektar. "Eine Solaranlage ist aktiver Klimaschutz vor Ort", sagt Gillich. Die Fläche bei Olmscheid sei sehr gut geeignet. Gleichzeitig räumt er aber auch ein, dass sie relativ nahe am Ort liege.

Edelbert Bach vom Trierer Bürgerservice, der die Anlage betreiben will, verweist darauf, dass mit der Anlage rund 1900 Tonnen CO{-2} pro Jahr eingespart werden könnten.

Doch nicht nur das Klima würde von einer solchen Anlage profitieren, auch die Gemeinden hätten Vorteile, zum Beispiel die Pachteinnahmen.

Außerdem könne man die Solaranlagen auch touristisch vermarkten. "Es spricht vieles dafür, diesen Weg gemeinsam zu gehen", sagt Bach.

Doch die Olmscheider bleiben skeptisch. Vor allem die direkt an die Anlage angrenzenden Einwohner äußern ihre Vorbehalte. Die 1,80 Meter hohen Solarpaneele seien nun einmal kein schöner Anblick - auch wenn die Anlage von einer Hecke umschlossen werden soll.

Eine Solaranlage ist aktiver Klimaschutz vor Ort



Eine andere Anwohnerin spricht sich gegen den "Missbrauch von Ackerland" aus, den sie "ganz schrecklich" finde. Andere drücken ihre Sorge vor der Veränderung des Landschaftsbildes durch die blauen Solarpaneele aus. Im Laufe der Diskussion wird deutlich: Die meisten stehen einer Solaranlage grundsätzlich positiv gegenüber, lediglich die Nähe zu den Häusern bleibt ein Streitpunkt.

Klar ist bereits, dass die Anlage nicht direkt bis an die Hauptstraße reichen wird, sondern mindestens 40 Meter Abstand halten wird.

Um noch weiter zu informieren, plant die Ortsbürgermeister Herbert Kleis eine Fahrt zu anderen Orten, an denen solche Solaranlagen bereits installiert sind, etwa nach Kinderbeuren. "Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht."

Meinung

Klimaschutz vor der Haustür

Solaranlagen stinken nicht, machen keinen Lärm und die Veränderungen in der Landschaft sind im Vergleich zu anderen regenerativen Energien verhältnismäßig gering. Weder ragen hohe Windräder in den Himmel noch müssen Flüsse aufgestaut werden. Solaranlagen sind einfach nur da und erzeugen still und heimlich Strom aus der Kraft der Sonne. Natürlich ist nachvollziehbar, dass jeder von seinem Wohnzimmerfenster lieber auf eine idyllische Natur als auf Solarpaneele schauen will. Natürlich wäre es besser, wenn die Anlage an einem Ort gebaut werden könnte, der nicht direkt an bebaute Grundstücke grenzt. Aber Klimaschutz fängt vor der Haustür an, auch wenn das nicht immer jedem gefallen mag. c.brunker@volksfreund.de