Strom vom Acker

Ein 18 Millionen Euro teures Projekt ist auf einem Feld in Neidenbach (Verbandsgemeinde Kyllburg) geplant: Bis Mitte 2010 soll im Bereich "Weierberg", an der Kreisstraße K 82 Richtung Waxbrunnen, eine 15 Hektar große Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Es wäre der größte Solarpark im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Neidenbach. Solarmodule statt Gewerbebetriebe beziehungsweise Ackerbau: Im noch wirksamen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg sind im insgesamt 18 Hektar großen Bereich "Weierberg", an der Kreisstraße K 82 Richtung Waxbrunnen südwestlich der Ortsgemeinde Neidenbach, zwei Hektar als gewerbliche, die restlichen 16 als "Flächen für die Landwirtschaft" abgebildet. Doch das soll sich bald ändern: Der Kyllburger Verbandsgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bereits grünes Licht dafür gegeben, den Bereich bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans als "Sondergebiet Photovoltaik" darzustellen.

Gemeinde verhandelt mit zwei Interessenten



Auch die Ortsgemeinde Neidenbach befürwortet diese Änderung, da sich in den vergangenen Jahren weder Interessenten für eine gewerbliche Ansiedlung gemeldet haben noch die Bodenbeschaffenheit in diesem Bereich für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung geeignet ist.

Außerdem winken der Gemeinde zusätzliche, dringend benötigte Einnahmen, sollte sich ein Privatinvestor finden, der die teils gemeindeeigenen, teils privaten Flächen auf dem Weierberg pachtet, um darauf eine Photovoltaik-Anlage aufzustellen.

Zwei Interessenten soll es geben, mit denen die Gemeinde zurzeit verhandelt. Bis Ende des Jahres soll endgültig feststehen, wer die Solarmodule aufstellen wird, die den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen.

Bis Mitte des kommenden Jahres soll der größte Solarpark im Eifelkreis Bitburg- Prüm Realität werden: Abzüglich der vorgeschriebenen Abstandsflächen und Wege könnten auf einer 15 Hektar großen Fläche - das ist etwa die Größe von 30 Fußballfeldern - Module aufgestellt werden. Aus der Kraft der Sonne könnten dann zwischen fünf und sechs Megawatt Strom gewonnen werden.

"Im Prinzip wäre damit ganz Neidenbach mit Strom versorgt", umreißt Günther Theis, Ortsbürgermeister der 950-Einwohner-Gemeinde, die Größenordnung des Projekts. Rund 18 Millionen Euro muss der Investor für die Errichtung des Solarparks in die Hand nehmen.

"Planerisch ist alles abgeschlossen", bestätigt Bernd Spindler, Bürgermeister der VG, auf TV-Nachfrage, dass dem Millionen-Projekt kaum noch etwas im Wege steht. Auch die Privateigentümer hätten signalisiert, dass sie ihre Flächen verpachten würden, sagt Orts-Chef Theis. Der Vorteil für die Privateigentümer sowie die Gemeinde Neidenbach: Ihnen winken regelmäßige Pachteinnahmen - und das über eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren.