Stromausfall in Bitburg: Als in der Bierstadt die Lichter ausgingen

2000 Einwohner ohne Strom : Stromausfall in Bitburg: Als in der Bierstadt die Lichter ausgingen

Für etwa zwanzig Minuten ist am Donnerstag in Bitburg der Strom ausgefallen. Ab 14 Uhr gingen in der Stadt die Lichter aus, weil Bauarbeiter ein Erdkabel beschädigt hatten. Die Zeit ohne Elektrizität führte in der Stadt kurz zu Chaos, aber auch zu einer Entschleunigung des Alltags.

Ein kleiner Fehler kann große Folgen haben. Das erlebt am Donnerstagnachmittag auch ein Bauarbeiter in Bitburg. Als er um Punkt 14.03 Uhr die Baggerschaufel in den Boden gräbt, gehen in der Stadt die Lichter aus. Denn der Mann hat bei den Arbeiten in der Sauerstraße ein Erdkabel beschädigt. Die Folge: Eine Stromstörung im Mittelspannungsnetz. 2000 Einwohner sind bis etwa 14.20 Uhr ohne Elektrizität.

Das sorgt in der Fußgängerzone für eine Zwangspause. Die Lampen gehen aus, der Computerbildschirm wird schwarz, der Dönerspieß stoppt in der Drehung. An Arbeit ist in den meisten Betrieben nicht zu denken. Einzig in den Backstuben bedienen die Verkäuferinnen auch im Halbdunkel.

Die meisten Händler und Kunden aber kommen aus den Läden, quatschen auf der Straße. Der Grund für den Stromausfall ist noch nicht zu ihnen durchgedrungen. Sie fragen sich, was passiert ist – was aus Patienten im Krankenhaus wird, die auf lebenserhaltende Maschinen angewiesen wird. Ob nun auch die Schulen schließen, Eltern ihre Kinder abholen müssen. Und was denn nun eigentlich passiert ist. „Ob die Stadt die Rechnung nicht bezahlt hat?“, scherzt ein Passant. Eine Dame, die gerade aus dem Nagelstudio kommt, fragt sich: „Wieso passiert mir das nie, wenn ich auf der Arbeit bin. Ist doch super, so ein früher Feierabend.“

Derweil stehen vier Autos an der Kreuzung Kölner Straße. Und keiner rührt sich. Normalerweise regeln Ampeln in der Kölner Straße, wer fahren darf und wer stehen muss. Doch die Verkehrslichter leuchten nicht. Also müssen die Fahrer sich mit Handzeichen verständigen. Einer nach dem anderen rollen sie dann – wenn auch etwas verspätet – los.

Zu Verkehrschaos ist es am Donnerstag häufiger in Bitburg gekommen. Alle paar Minuten hupt es irgendwo. Unfälle und Staus hat es laut Christian Hamm, Dienststellenleiter der Polizei Bitburg, aber nicht gegeben: „Wenn die Ampeln ausfallen, wissen die Leute, dass sie die Verkehrszeichen beachten müssen. Da gibt es eine zweite Sicherungsebene“. Die Inspektion selbst sei vom Stromausfall kaum betroffen gewesen, sagt Hamm: „Bei uns war der Strom nur für eine Sekunde weg. Dann hat das Notaggregat übernommen.“ Ähnlich lief es wohl im Krankenhaus und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Die restlichen Bitburger müssen länger warten. „Unsere Mitarbeiter sind sofort rausgefahren, um das Problem zu beheben“, sagt David Kryszons, Pressesprecher des Anbieters Westnetz. Gegen 14.20 Uhr seien die meisten Kunden dann wieder am Netz gewesen. Einzig bei rund 100 Anlieger der Saarstraße sei das Licht länger ausgeblieben: „Gegen 14.45 Uhr waren dann aber wieder alle an Bord.“

Für Kryszons sind solche Vorfälle beinahe Routine. Denn es kommt häufiger vor, dass Tiefbaufirmen Erdkabel beschädigen. „Das gehört zu den häufigsten Ursachen von Netzproblemen“, sagt der Pressesprecher. In der Eifel komme es allerdings noch häufiger vor, dass Bäume, etwa umgeworfen von einem Sturm, in Freileitungen krachten.

Das beschädigte Erdkabel werde bald repariert. „Die Kunden werden aber nichts davon merken, dass die Leitung derzeit noch kaputt ist“, verspricht Kryszons.

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