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Stromgitarren im Steinbruch: Rockfestival in Willwerath am ersten Juli-Samstag

Stromgitarren im Steinbruch: Rockfestival in Willwerath am ersten Juli-Samstag

Kleines Dorf, viele Helfer, großartiger Krach: Am ersten Juli-Samstag verwandelt sich Willwerath wieder in "Rock City". Diesmal stehen im alten Steinbruch am Ortsrand vier Bands und ein Solokünstler auf dem Programm - und der kommt mal eben aus Kalifornien in die Eifel.

Gitarren an den Strom und Bühne frei: Am Samstag, 4. Juli, ist wieder "Willwerath Rock City" - das Festival , bei dem ein ganzes Dorf, so schreiben die Organisatoren auf ihrer Website, "mit brennender Fackel gegen die Abschaffung der Live-Kultur in der Eifel" kämpft.

Es dürfte also, wie nach der so erfolgreichen Ausgabe im vergangenen Jahr, erneut kräftig lodern im Willwerather Waldsteinbruch.

Vier Bands und ein Solokünstler treten diesmal an. Die weiteste Anreise hat Jameson Burt. Aus Santa Ana in Kalifornien macht sich der Musiker auf den Weg in die deutlich kühlere Eifel. Seine Mission, so heißt es in der Ankündigung: "den Rock\'n\'Roll neu zu erfinden", und zwar "mit leicht angezerrter Gitarre, Banjo und einer unverwechselbaren Stimme".Mann mit eigener Note


Im vergangenen Jahr tourte Burt im Vorprogramm der aktuellen Rock-Heroen Rival Sons durch Europa und überzeugte auch die Willwerather, die ihn bei einem der Konzerte erlebten: "Ein junger Rock-Blues-Musiker mit ganz eigener Note", sagt Marco Sifferath vom Organisationsteam. "Wir konnten nicht anders, als sofort eine Anfrage nach Kalifornien zu schicken. Und jetzt kommt er nach Willwerath."

Vielleicht tun die Eifeler ja damit einen ähnlichen Glücksgriff wie im vorigen Jahr, als sie die Blues Pills in den Steinbruch lockten - die Band um die schwedische Sängerin Elin Larsson riss das Publikum vollkommen hin - und wurde seitdem immer größer: Zuletzt spielte die Gruppe bei Rock am Ring, diesem anderen Eifeler Musikfestival.

Bei der ebenfalls aus Schweden stammenden Gruppe Dollhouse wird es vermutlich lauter als bei Jameson Burt: Die Band bringe jene Energie auf die Bühne, "für die Musik früher einmal stand", sagen die Organisatoren. Das klinge wie eine Mischung aus Iggy Pop, den Stooges und MC5 und sei "lebender Beweis für die unglaubliche Macht des Rock\'n\'Roll".

Die Renegades of Funk haben sich den Songs einer Band verschrieben, die gerade mit der Macht und den Mächtigen so ihre Probleme hatte: Rage Against The Machine. Für Sifferath die beste Tribut-Band der amerikanischen Gruppe, "die wir je sahen. Und dann kommen sie auch noch aus der Eifel."

Gleiche Herkunft, ganz anderer Klang: Elastiq ist eine junge und sehr talentierte Band aus der Eifel mit eigenwilligen, oft hitverdächtigen Songs, "die sowohl klassische Elemente als auch elektronische Komponenten mit deutscher Pop-Rock-Musik vermischt". Die fünf Musiker haben sich vor kurzer Zeit zusammengefunden und sind schon ziemlich weit gekommen: Demnächst stehen sie im Regionalfinale beim Emergenza-Bandwettbewerb in Stuttgart.

Herr Berlin wiederum ist eine Independent-Rockband mit Einflüssen aus Neuer Deutscher Welle und spätem Punk, "mit einem Faible für Melodien und Songs, die länger bleiben wollen und können". Sänger Jimi Berlin ist eine Institution der Trierer Subkultur als Musiker, Autor und Zeichner - und Mitinitiator der "Monsters of Vorlesen", zusammen mit TV-Mitarbeiter und Romanautor Christian Jöricke.

"Das Besondere dieses Jahr", sagt Marco Sifferath, "sehen wir in der hohen Qualität der Bands und dem guten Mix unterschiedlicher Musikstile. Hier gibt\'s für jeden etwas zu entdecken. Und das alles gebettet in ein liebevoll organisiertes Festival in der fantastischen Kulisse des alten Steinbruchs."

Beginn ist am Samstag, 4. Juli, 19 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf zehn Euro, an der Abendkasse zwölf Euro. Vorverkaufsstellen: Trinkbar, Dausfeld; Restaurant Kölner Hof und Musikkneipe Rampenlicht (beide Prüm).Meinung

 Der kalifornische Musiker Jameson Burt. Foto: Veranstalter
Der kalifornische Musiker Jameson Burt. Foto: Veranstalter Foto: CZARMINE LOPEZ (e_pruem )

Auf in den Steinbruch
Astrein, was die Willwerather da seit Jahren auf die Beine stellen: Ein Festival an einem schönen Ort, wo niemand gestört wird, mit ansprechenden Künstlern und vielen Helfern aus dem ganzen Dorf. Und das zum sensationellen Eintrittspreis. Das kann natürlich nur so weitergehen, wenn auch viele hinpilgern. Auf in den Steinbruch. f.linden@volksfreund.de