Stück der Via Agrippa bei Meilbrück wartet auf touristische Nutzung

Kostenpflichtiger Inhalt: Antikes Erbe an der B51 : Römerstraße unter Planen

Die touristische Nutzung des antiken Bauwerks bei Meilbrück ist immer noch nicht in Sicht. Unter anderem soll eine App die Besucher in die Vergangenheit reisen lassen.

Ein Mal über ein echtes Stück der Via Agrippa gehen, sich zurückversetzen in die Zeit vor rund 2000 Jahren, als die Römer die Straße zwischen Trier und Bitburg anlegten – an der Meilbrück wäre genau das möglich. Das 30 Meter lange Teilstück der Römerstraße, das 2008 entdeckt worden war, könnte mit einer begehbaren Glas- oder Plexiglas-Platte geschützt und somit von Geschichtsinteressierten erkundet werden.

Dazu könnte man eine Infotafel aufstellen, um Besuchern die Bedeutung dieses römischen Kulturerbes an der B 51 zu erläutern. Sitzgelegenheiten und Tische könnten zum Verweilen einladen. Die kulturelle Sehenswürdigkeit könnte eingebunden werden in vorhandene Wander- und Radwege. Es gibt viele Möglichkeiten, das Teilstück der Römerstraße touristisch zu vermarkten – auch mit Hilfe digitaler Technik. Schön wäre es.

Die Experten vom Rheinischen Landesmuseum Trier hatten die Entdeckung der Römerstraße damals als „tollen Fund“ bezeichnet. Doch der tolle Fund liegt unter Plastikplane unbeachtet am Straßenrand. Immerhin ist das antike Erbe so vor Frost, Wind und Wetter geschützt, wofür die Gemeinde 5000 Euro ausgeben musste. Aber ansonsten ist Hängen im Schacht.

Das 30 Meter Lange Teilstück der „Via Agrippa“ verbirgt sich unter Plastik, Moos und Laub. Foto: Tv/Maria Adrian

Die Idee mit der begehbaren Glasplatte stammt von Meckels Ortsbürgermeister Johannes Junk (Der TV berichtete am 18. August 2016 darüber). Was dem Ortschef vor Jahren klar war, dass die Präsentation der Römerstraße eine Frage des Geldes ist. Ideen gebe es, so Junk damals. Er wollte und will das römische Kulturerbe, das für Meckel einmalig ist, erhalten. Vor drei Jahren stand aber ein anderes Projekt im Vordergrund, das für die Gemeinde erst mal wichtiger war: Die Erschließung des Neubaugebietes mit 23 Grundstücken. Außerdem ist auch nicht jeder am römischen Erbe interessiert, hat Junk erfahren. Römische Denkmäler gebe es im Eifelkreis auch nicht wenige, bekam er zu hören.

Jedenfalls war damals der Plan, dass sich der Ortsgemeinderat Meckel dann im Jahr 2018 mit der touristischen Vermarktung der Römerstraße beschäftigt. Ein Jahr später ist man aber noch keinen Schritt weiter.

„Das Neubaugebiet hat noch immer Priorität“, sagt Ortsbürgermeister Junk auf TV-Anfrage. Auch da gehe es leider nicht richtig voran. Die Römerstraße sei aber nicht vergessen, versichert er. Um die Plane werde sich regelmäßig gekümmert, da müsse aber bald was geschehen. Auch wenn er nicht Tag und Nacht an das Kulturerbe denke, vergessen ist es bei Junk nicht. Denn: „Das liegt mir schon am Herzen“, sagt der Ortschef.

Bei der Verbandsgemeinde Bitburger Land verweist man in der Sache an die Tourist-Information.
„Die Konservierung des Bauwerks ist mit immensen Kosten verbunden, das muss man bedenken“ , sagt Maria Arvanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information Bitburger Land. Die Römerstraße werde aber eine Station bei ARmob (Antike Realität mobil erleben)“, sagt sie.

Es sei der Verbandsgemeinde wichtig gewesen, dass das antike Straßenbauwerk bei diesem Leader-Projekt an der Universität Trier berücksichtigt werde. „Es wird zurzeit ein App entwickelt, mit der man auf dem Smartphone oder Tablet eine Visualisierung der Römerstraße anschauen kann“, weiß Maria Arvanitis.

Wenn Besucher und Touristen an dem Abschnitt der Römerstraße an der Meilbrück Halt machen, können sie künftig über ihre Handykamera das Bauwerk aufnehmen und die App macht dann den einstigen Straßenverlauf der Via Agrippa sichtbar. „Aus touristischer Sicht erhoffe ich mir da schon einige Resonanz“, sagt die Geschäftsführerin.

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