Suche nach dem Sinn

Die Air Base Spangdahlem und eine starke Präsenz amerikanischer Soldaten sind gut für die Region. Sie bringen Arbeitsplätze und Umsätze. Vor allem sind sie gute Nachbarn und Freunde. Dass militärische Übungen - fliegerisch und am Boden - sein müssen, weiß jeder in der Eifel, dass diese zeitweise Lärm verursachen auch.

Es gibt allerdings Grenzen. Diese sind dann erreicht, wenn sich die Sinnhaftigkeit von Manövern komplett verschließt. Dies gilt für die Übungen von 50 Nachrichtensoldaten auf dem Flugplatz Bitburg, für die GIs aus Ramstein in die Eifel gereist sind, und die am Samstag - nach einem simulierten Nachtangriff mit Übungsmunition - zu Ende gehen. Man fragt sich, warum so etwas zwischen Röhl und Scharfbillig und einem zivil genutzten Flugplatz gemacht werden muss. Ebenso fragwürdig war der Formationsflug von F-16-Jets über der Bitburger Innenstadt am Gründonnerstag. Das Andenken des im Irak gefallenen Majors soll geehrt werden - auch wenn nicht jeder verstehen mag, warum dies ausgerechnet über den Köpfen von 15 000 Bitburgern geschehen muss, nur weil der Soldat einst hier zur Schule ging. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe wirkt die Ehrenformation über der Stadt nicht nur risikoreich, sondern das Verpulvern von hunderten Litern Kerosin ist für diesen Zweck absolut unverantwortlich. Die Südeifel ist ein bedeutender Standort der US Air Force und Lebensraum für viele Soldaten. Das soll sie möglichst lange bleiben. Sie ist jedoch kein Truppenübungsplatz in einem menschenleeren Wüstengebiet. Wenn die amerikanischen Freunde das begreifen und respektieren, werden die Menschen in der Eifel umso mehr bereit sein, die Belastung durch militärisch Notwendiges zu ertragen. Lars Oliver Ross

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