Südeifel fehlt bei Tourismus-Lösung

Bitburg · Ein Tourismus-Verband für ein Feriengebiet - mit der Kyllburger Waldeifel ist man dem großen Ziel einen Schritt näher gekommen: Durch die Fusion der Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg ist auch die Arbeit im Fremdenverkehr gebündelt worden. Nur die Verbandsgemeinde Südeifel will sich nicht beteiligen.

 Die Teufelsschlucht ist überbrückt. Ob das bei den Verbandsgemeinden auch klappt? Foto: Naturpark Südeifel

Die Teufelsschlucht ist überbrückt. Ob das bei den Verbandsgemeinden auch klappt? Foto: Naturpark Südeifel

Die Fusion der Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg hat auch dem Zweckverband Feriengebiet Bitburger Land Zuwachs beschert: Seit dem 1. Juli gehört das Gebiet der alten Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg zum Tourismus-Zusammenschluss, der bereits die Stadt Bitburg, die VG Bitburg-Land und die VG Speicher unter einem Dach vereint.
Der Weg dahin war nicht einfach (siehe Extra), und noch sind viele Fragen offen - zum Beispiel, wer künftig wieviel Geld für die Mitgliedschaft zahlt. Doch die Freude ist groß: "Je größer eine Einheit, desto schlagkräftiger ist sie auch", sagt Maria Arvanitis, Geschäftsführerin des Zweckverbands und der Tourist-Info Bitburger und Speicherer Land.Gemeinsame Vermarktung


Der Weg: "Wir übernehmen die touristischen Aufgaben, bieten noch mehr Betrieben eine Plattform - das ist eine Herausforderung." Aber eine gewollte.
Und: Der Verband würde sich noch mehr wünschen - nämlich den Beitritt der VG Südeifel. "Das wäre natürlich das Allerbeste", sagt Arvanitis und meint nicht nur die gemeinsame Vermarktung, sondern auch die Kostenersparnis. Das sei aber "Zukunftsmusik".
So sieht das auch Josef Junk, Bürgermeister der VG Bitburger Land: "So wie die Haltung bisher war, glaube ich nicht, dass da Interesse besteht. Die Bemühungen meinerseits sind ins Leere gelaufen." Zwar bestehe eine Zusammenarbeit, nur eben nicht "aus einer Hand". Auch wenn die VG Neuerburg mal Interesse bekundet hatte, die VG Irrel hatte dies nicht. Jetzt, nach der Fusion, "haben die viel mit sich selbst zu tun", sagt Junk. Es bleibe abzuwarten, "wie die sich aufstellen".
Die gemeinsamen Vermarktungsaktionen reichen Moritz Petry, Bürgermeister der VG Südeifel, aus - ein Zusammenschluss müsse nicht sein: "Ich sehe sonst keine weiteren Synergieeffekte." In der ganzen Diskussion sei immer verkannt worden, dass "wir durch Fusionen nicht von den Kosten runterkommen". Denn wenn die VG im Zweckverband sei, dann zahle dieser beispielsweise nicht mit für die Teufelsschlucht. Auch Organisatorisches spreche dagegen: "Die Region ist weitläufig, unsere Gäste wollen vor Ort bedient sein." Das vordringliche Ziel für dieses Jahr sei, die zwei Feriengebiete Neuerburg und Irrel zusammenzubringen. Doch auch wenn die VG Südeifel nicht auf den Zug aufspringen will: "Wir haben die Arbeit ja jetzt schon gebündelt", sagt Arvanitis. Auf den Zweckverband wartet zunächst auch dringlichere Arbeit: Er muss sich mit Kyllburg neu strukturieren. Dort betreut noch der Verkehrsverein eine Infostelle. Arvanitis: "Wir wollen einen Info-Punkt einrichten, auch wenn noch nicht feststeht, wo". Denn aus der Tourismusförderung werde sich der Verkehrsverein künftig raushalten, sagt Junk. "Eine Zusammenarbeit begrüßen wir. Wir sind mitten in den Gesprächen." Erste Entwürfe, wie alles laufen könnte, kommen auf den Tisch, wenn sich der Zweckverband konstituiert hat, die Sitzung soll im Oktober sein.Meinung

Schritt für Schritt
Vielleicht ist es zu früh: Die Kommunen haben mit ihren Fusionen viel Arbeit. Es ist verständlich, dass sich jeder erstmal um das Dringlichste kümmern will, und das ist das, was innerhalb der eigenen Grenzen passieren muss. Der Blick nach draußen aber wird kommen. Die Touristen interessieren sich weniger für politische Grenzen als für das Kultur- und Freizeitangebot - über eben jene hinweg. Wer gute Rahmenbedingungen für den Fremdenverkehr schaffen, Werbung machen und die Wirtschaft ankurbeln will, tut das deshalb langfristig am besten mit vereinten Kräften. e.blaedel@volksfreund.deExtra

Lange schwelte in der Kyllburger Waldeifel ein Streit um die Finanzierung des Fremdenverkehrs: 2008 wurde die von der VG Kyllburg betriebene Tourist-Info geschlossen. Die VG dürfe erst Geld für den Tourismus in die Hand nehmen, wenn alle Ortsgemeinden ihr die Aufgabe übertragen haben - so lautete auch das Urteil des Koblenzer Oberverwaltungsgerichts wenige Monate später. Die Rechtslage hat sich mittlerweile geändert - doch konnte nie eine Einigung darüber erzielt werden, wie viel Geld in die Aufgabe gesteckt werden soll. Als die Fusion der VGen Bitburg-Land und Kyllburg näherrückte, erarbeiteten der Kyllburger Verkehrsverein und die Bitburger Tourist-Info einen Maßnahmenkatalog, um auch die Tourismusarbeit zu bündeln. eibExtra

Während der rheinland-pfälzische Tourismus nach Angaben des Statistischen Landesamts in den ersten fünf Monaten des Jahres insgesamt ein Gäste- und Übernachtungsplus verzeichnet, stiegen in der Eifel zwar auch die Gästezahlen an, die Übernachtungszahlen gingen jedoch zurück. Von Januar bis Mai kamen 338 654 Gäste in die Eifel (plus 0,9 Prozent). Im gleichen Zeitraum gab es 1 093 628 Übernachtungen (minus 2,2 Prozent). eib

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