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Bitburg: Südschule: Neubauen statt sanieren?

Bitburg : Südschule: Neubauen statt sanieren?

Die Grundschule Bitburg Süd platzt aus allen Nähten. Deshalb soll für rund 2,7 Millionen Euro erweitert werden. Doch damit ist es nicht getan. Auch in die alte Bausubstanz muss investiert werden – und zwar erheblich.

So, wie es ist, geht es an der Südschule nicht weiter. Es fehlt Platz. Das Problem ist bekannt. Vor zwei Jahren hat Bitburgs Stadtrat beschlossen, die Schule um eine Mensa sowie einen Anbau zu erweitern, um zusätzliche Unterrichtsräume zu schaffen. Kosten: 2,7 Millionen Euro.

Auch die Turnhalle soll neu gebaut werden, was noch mal mit rund drei Millionen Euro zu Buche schlägt, aber in hohem Maße von Land und Bund gefördert wird.

Hinzu kommt: Auch in den bestehenden Gebäuden gibt es Sanierungsbedarf. Das hat das Büro Raumwandler Architekten Trier, das mit einer Bedarfsanalyse beauftragt wurde, festgestellt. Ob Brandschutz oder die Vorschriften der Unfallkasse: Nicht alles lässt sich auf die lange Bank schieben. Für solche, von den Architekten als „dringend“ eingestuften Arbeiten würden allein rund 800 000 Euro fällig. Hinzu kämen mittel- und langfristige Sanierungsarbeiten von 1,4 Millionen Euro.

Das wirft für die Liste Streit die Frage auf, ob ein Neubau da nicht wirtschaftlicher ist. „Schließlich entspricht auch das Raumprogramm im Altbau nicht mehr den aktuellen Vorgaben“, sagte Fraktionssprecher Willi Notte im Bauausschuss.

Dort konterte Jürgen Weiler (CDU): „Die Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Turnhalle hat zwei Jahre gedauert. Wir verlieren Zeit, wenn wir jetzt noch mal von vorne anfangen. Und: Die Grundsubstanz der Schule ist gut.“ Hinzu kommt, wie Bürgermeister Joachim Kandels betont: „Die meisten Kinder, die die Südschule besuchen, kommen aus der Innenstadt und gehen zu Fuß zur Schule.“

Im Stadtrat war die Schule erneut Thema. Vor der umfangreichen Erweiterung soll ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben werden. Parallel gibt es solche Wettbewerbe auch für den Neubau des Parkhauses am Annenhof sowie den Neubau des Katastrophenschutzzentrums am Südring, wo Feuerwehr und THW angesiedelt werden.

Zwei der drei Großprojekte – Südschule und Parkhaus – hängen für die Liste Streit zusammen: Der geplante Neubau am Annenhof, der zwar 100 Stellplätze mehr bieten soll als das bisherige Parkhaus, ist aus Sicht der Liste Streit zu klein geplant.

Der Grund: „Mit der Realisierung der Bit-Galerie fallen 400 öffentliche Parkplätze weg“, sagt Fraktions-Chef Notte. Zwar werden für das Einkaufszentrum Parkdecks gebaut, aber diese decken, so Notte, zusammen mit den noch verbleibenden Stellplätzen auf dem Platz, gerade mal den Bedarf, den ein Projekt in dieser Größenordnung nachweisen müsse. Die 400 öffentlichen Parkplätze, die es am Beda-Platz derzeit gibt, würden dann aber fehlen.

Deshalb ist der Parkhaus-Neubau am Annenhof aus Sicht der Liste Streit zu klein gedacht, während die Fraktion am Standort Südschule Potenzial sieht, unter einem Schulneubau auch ein Parkhaus zu schaffen.

Dass die Stadt zusätzlich 400 Parkplätze braucht, müsse in den Kriterienkatalog für die Ausschreibung. Befürchtung der Freien: „So, wie es aussieht, wird das wieder mal ein Wettbewerb ohne irgendeine Vorgabe unsererseits.“ Die Entwicklungsprozesse in Bitburg, sagt Notte, seien „konzeptlos“.

Jürgen Weiler (CDU) sieht das anders: „Wir stimmen doch vorab über den Kriterienkatalog für die Ausschreibung der Architekten-Wettbewerbe ab.“ Stadtentwicklung geschehe immer fortlaufend und sei damit zwangsläufig nicht aus einem Guss. „Was die Südschule angeht, sind wir doch schon lange genug dran. Da muss jetzt auch mal was passieren.“

Die Stellungnahme des Fraktions-Chefs der Liste Streit finden Sie komplett unter www.volksfreund.de