Taucher werden heute nicht nach vermisstem 25-Jährigen suchen - Suche mit Drohnen

Suchaktion : Vermisster 25-Jähriger: Suche mit Drohnen - Taucher können nicht eingesetzt werden (Fotos)

Die Suche nach dem in der Nacht zum Sonntag verschwundenen 25-Jährigen aus Wißmannsdorf bleibt weiter erfolglos. Am Dienstag kamen Drohnen zum Einsatz. Der Plan, das Taucherteam der Berufsfeuerwehr Trier einzusetzen, kann derzeit nicht umgesetzt werden.

Seit Samstagnacht fehlt von einem 25-Jährigen aus Wißmannsdorf jede Spur. Auch am Dienstag konnte der Mann nicht gefunden werden. „Wir können leider nichts Neues bekanntgeben“, sagt Christian Hamm, Chef der Polizeiinspektion Bitburg.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag verschwand der Mann nach dem Oktoberfest in Hermesdorf. Er verabschiedete sich noch von Bekannten mit der Ankündigung, alleine nach Hause zu laufen, kam dort aber nie an (der TV berichtete). Die Strecke ist etwa zwei Kilometer lang. „Die Spürhunde konnten seine Fährte lange verfolgen, die Spur endete aber auf einer Wiese am Ufer der Prüm“, sagt Hamm.

Zunächst wurde erwogen, die Taucherstaffel der Trierer Berufsfeuerwehr für die Suche unter Wasser einzusetzen. Bei einem Termin vor Ort stellte sich aber heraus, dass der Fluss aktuell viel zu schnell fließt.

Der Taucheinsatzführer der Trierer Berufsfeuerwehr, Richard Wollscheid, erklärt: „Wir sind extra gleich mit unseren Tauchern hier hingekommen, sie werden aber leider nicht ins Wasser können. Die Fließgeschwindigkeit der Prüm ist viel zu stark“. Genau genommen sei der Fluss mit aktuellen 2,5 bis 3,5 Metern pro Sekunde sogar so schnell, dass den Tauchern verboten sei, bei diesen Bedingungen zu suchen. „Das Risiko wäre zu groß“, sagt Wollscheid.

„Wir ermitteln weiter in alle Richtungen“, sagt Hamm. Wie üblich sei die Kriminaldirektion Wittlich bereits mit dem Fall befasst. „Unsere Aufgabe wiederum ist die Gefahrenabwehr, und wir hoffen bis zum letzten Moment auf ein glückliches Ende, auch wenn wir langsam pessimistisch sein müssen.“

Anstelle der Tauchstaffel wurde am Dienstag dann das Technische Hilfswerk aktiv. „Mit zwei Drohnen werden die Ufer abgeflogen, um auch unzugängliche Stellen zu kontrollieren“, sagt Hamm. Sollte sich die schlimme Befürchtung bestätigen, dass der junge Mann nachts in die Hochwasser führende Prüm gestürzt ist, müssen die Suchkräfte mit allem rechnen. „In dem Fall ist nicht auszuschließen, dass er sehr weit, sogar bis zur Sauer oder in die Mosel mitgerissen wurde“, sagt Einsatzleiter Michael Budinger von der Trierer Berufsfeuerwehr.

Gerührt und begeistert zeigt sich die Polizei angesichts der Hilfsbereitschaft, die ihr von vielen Bürgern entgegengebracht wird. „Nach unserem Aufruf nach Mithilfe kam zwar leider kein Hinweis, der uns eine Spur zu dem Vermissten geben könnte, rein, dafür fragten aber viele Anrufer, wie sie uns vor Ort helfen können und boten an, mitzulaufen, um nach dem jungen Mann zu suchen“, sagt Inspektionsleiter Hamm.

In solchen Fällen sei es wirklich nicht einfach, den Leuten nur für ihr Angebot zu danken und zu sagen, dass eine Hilfe vor Ort so nicht möglich ist. „Rein rechtlich wäre das sehr schwierig. Allein wenn man dran denkt, was passiert, wenn bei der Aktion jemand verletzt wird, ist klar, dass das so leider nicht geht“, sagt Hamm. Dennoch wolle er danken. „Es ist schön, so eine Welle der Hilfsbereitschaft zu beobachten.“

Eine Frage, die im Zuge der Suche aufkam, beantwortet er prompt. „Warum wir zwar ein Bild veröffentlicht haben, aber den Namen des Vermissten nicht nennen, ist eigentlich einfach zu beantworten. Wird jemand vermisst, müssen wir abwägen, welchen Nutzen es für das Auffinden der Person hat, seine Persönlichkeitsrechte zu verletzen.“ Im aktuellen Fall sei zwar die Veröffentlichung eines Fotos sinnvoll gewesen, die Nennung des Namens sei aber nicht von Vorteil und damit nicht erforderlich gewesen.

Die Einsatzkräfte bitten weiterhin die Bürger um Mithilfe in Form von möglichen Hinweisen unter Telefon 06561-9685-0.

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