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Tausende Bäume wurden in der Eifel umgeworfen. Für die Forstämter Bitburg und Prüm bedeutet das nicht nur eine Menge Arbeit, sondern auch wirtschaftliche Einbußen.

Sturmtiefs rissen in der Eifel tausende Bäume nieder : Gefahr gebannt, Schaden bleibt

Tausende Bäume wurden umgeworfen. Für die Forstämter Bitburg und Prüm bedeutet das nicht nur eine Menge Arbeit, sondern auch wirtschaftliche Einbußen.

(de) „Lebensgefahr“, bitte nicht betreten: Eindringlich haben die Forstamtsleiter in den vergangenen Wochen vor Spaziergängen und Sport im Wald gewarnt (der TV berichtete). Bäume, die beim ersten Sturm aus der Senkrechten gedrückt worden sind, könnten nun beim leichtesten Lüftchen fallen. Und zudem könnten Äste herunterbrechen. Diese Gefahr ist inzwischen gebannt.

„Wir haben die Hauptwege inzwischen alle freigeschnitten“, sagt Jürgen Weis, Leiter des Bitburger Forstamts. Gleiches bestätigt auch sein Prümer Kollege Peter Wind: „Die Begehbarkeit des Waldes ist wiederhergestellt.“ Dennoch sollten Spaziergänger vorsichtig sein. Noch immer könnten Äste abbrechen. „Wir konnten nicht jeden angeschlagenen Baum beseitigen. Am vergangenen Wochenende ist noch mal einiges umgefallen“, sagt Wind. Er schätzt, dass allein im Bereich des Forstamts Prüm rund 25 000 Festmeter Holz durch die beiden Sturmtiefs gefallen sind. Das sind etwa 35 000 bis 40 000 Bäume. Vorrangig Fichten.

„Die Fichte ist durch den Borkenkäferbefall ohnehin schon angeschlagen. Die Bäume sind labil“, sagt Weis. Auch im Bereich des Bitburger Forstamts hat es vorrangig diese Baumart getroffen. Nur rund 50 Festmeter der insgesamt 6000 Festmeter Sturmholz sind Laubbäume. Für Weis liegt das, was gefallen ist, noch im Bereich der normalen Vermarktung: „Wir haben jetzt etwa 40 Prozent von dem da liegen, was wir ohnehin an Fichte eingeschlagen hätten.“

Das Problem: Die Bäume sind quer verteilt durch das gesamte Revier umgestürzt. „Wir hatten kaum Nestwürfe, wo Bäume in Gruppen gefallen sind“, sagt Weis. Das mache die Aufarbeitung recht aufwendig. Und dabei stehen die Forstämter unter Zeitdruck, wie Wind erklärt: „Unser Ziel ist es, das Sturmholz bis zum Frühjahr verschafft zu haben. Sonst sind das ideale Brutstätten für den Borkenkäfer.“ Und das ist das nächste Problem: Wie sich die Schädlinge ab dem Frühjahr ausbreiten und wie viel Bäume sie befallen, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen. Die Fachleute aber gehen davon aus, dass diese Plage noch nicht ausgestanden ist.

Fest steht wiederum, dass es für Schädlingsholz deutlich weniger Geld gibt: etwa 40 Euro pro Festmeter. Und auch das Windwurfholz lässt sich nicht so gut verkaufen. Der Markt ist übersättigt wegen des großen Angebots, was die Preise nach unten drückt. „Wir hoffen, dass wir noch 60 Euro für den Festmeter Sturmholz bekommen“, sagt Wind. Und das ist wenig im Vergleich dazu, was Fichte vor zwei, drei Jahren noch mit 100 Euro pro Festmeter einbrachte.

Die Sturmtiefs Sabine und Victoria, wenn auch weit weniger schlimm als Kyrill, werden im Geschäft mit dem Wald auch zu Einbußen führen. „Das ist ein enormer wirtschaftlicher Schaden“, sagt Wind. Und noch ist nicht sicher, ob es das war – weder was die Stürme angeht noch mit Blick auf die Borkenkäferplage.