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Tauwetter sorgt für Entspannung

Tauwetter sorgt für Entspannung

Trotz milderer Temperaturen hat der Winter die Eifeler am Mittwoch noch auf Trab gehalten: In mehreren Orten war es nachts zu Stromausfällen gekommen und zahlreiche Straßen mussten noch geräumt werden. Für die kommenden Tage ist jedoch Entspannung angesagt.

Bitburg/Prüm/Daun/Gerolstein. (kah/mic/vog/bac) Zwar sind die Eifelhöhen noch immer von einer weißen Decke überzogen, doch hat der Winter gestern begonnen, seinen Griff ein wenig zu lockern. Am Mittwoch wurde es milder, sodass Niederschläge selbst in den höheren Lagen für den Abend nicht mehr als Schnee vorausgesagt würden. Auch der Wind, der für gefährliche Schneeverwehungen auf den Straßen gesorgt hatte, hat sich beruhigt.

Für die nächsten Tage ist weiter Entspannung angesagt: Am Donnerstag sollen die Temperaturen selbst in der Vulkaneifel über null Grad steigen. Zudem werden für die kommenden Tage deutlich weniger Niederschläge erwartet. Mit Hochwasser ist vorläufig nicht zu rechnen. Allerdings sollen die Temperaturen laut Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met zum Wochenende hin selbst in den Tälern voraussichtlich wieder auf null Grad sinken.

Trotzdem haben zahlreiche Menschen die Auswirkungen des Schneechaos noch deutlich zu spüren bekommen: In der Nacht zum Mittwoch waren im Vulkaneifelkreis sechs Orte für fast vier Stunden ohne Strom. Ein Baum war unter der Schneelast auf die Leitung gestürzt. Der abrupte Stromausfall betraf rund 2000 Bürger in den Orten Densborn (Verbandsgemeinde Gerolstein) sowie Meisburg, Deudesfeld, Schutz, Bleckhausen und Weidenbach (Verbandsgemeinde Daun). Erst gegen 1.30 Uhr war die Stromversorgung wieder hergestellt. Außer in Schutz: dort dauert die Reparatur der Leitung bis in die frühen Morgenstunden. RWE-Sprecher Rolf Lorig erklärt: "Unsere Leute trafen auf sehr schwierige Verhältnisse. Ein Baum war mitten im Gelände unter der Schneelast umgeknickt und auf die Versorgungsleitung gestürzt." Wegen des hohen Schnees sei es selbst mit Allradfahrzeugen schwierig gewesen, an die Stelle heran zukommen.

Auch in Malberg, Kyllburg und St. Thomas mussten die Menschen am Dienstagabend aus ähnlichen Gründen für einige Stunden ohne Strom auskommen.

Auf den Straßen hingegen hat sich die Lage spürbar entschärft. Die Straßen im Süden des Eifelkreises Bitburg-Prüm waren laut LBM gestern alle befahrbar. Problem aber auf den nördlichen Strecken. Rund 90 Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) hatten in zwei Schichten die komplette Nacht zum Mittwoch durchgearbeitet, um zugeschneite Straßen wieder passierbar zu machen. 62 Räumfahrzeuge waren dabei im Einsatz. Dennoch waren am Mittwoch, vor allem im Vulkaneifelkreis, noch einige Straßen gesperrt. Darunter die K 77 zwischen Birresborn und Salm, die L 95 zwischen der B 410 und Mannebach, die K 65 zwischen Dreis-Brück und Bongard, die K 59 zwischen der B 410 und Brück, die K 36 zwischen Dockweiler und Hinterweiler sowie die Ortszufahrt von Schlausenbach. Spätestens heute müssten sie alle wieder passierbar sein. "Die Jungs haben kräftig durchgeackert", sagt Bruno von Landenberg, Leiter des LBM.

Dennoch ist es zu einigen wetterbedingtenUnfällen gekommen: Die Polizei Bitburg meldet fünf bis sechs Unfälle, dabei gab es nur leichten Sachschaden. Die Kollegen in Prüm registrierten zwei Unfälle, darunter ein LKW, der an einer Steilstrecke im rückwärts ein Verkehrsschild umfuhr. Bei Kelberg (Vulkaneifel) krachte in Fahrzeug auf schneeglatter Strecke gegen einen Baum, zwei weitere Fahrzeuge (darunter ein Rettungswagen) prallten in Oberstadtfeld und Wiesbaum gegen je einen PKW, meldet die Polizei Daun. Außerdem musste das Technische Hilfswerk auf der L 16 bei Gillenfeld Dienstagnacht mehrere stecken gebliebene Fahrzeuge befreien, Schneewehen hatten die Straßen blockiert.

Auf etlichen Strecken versperrten am Dienstagabend querliegende LKW die Weiterfahrt, ein liegengebliebener Bus musste bei Berenborn auf der K 90 von zwei Landwirten mit Traktoren befreit werden. Verletzt wurde niemand.

Wer heute Bus fahren möchte, kann zuversichtlich sein: Im Süden des Eifelkreises Bitburg-Prüm lief bereits gestern wieder alles nach Plan. Auch die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft, die die Buslinien im Norden des Eifelkreises und im Vulkaneifelkreis betreibt, will mit allen Bussen und Fahrern an den Start gehen. Ausfälle oder Verspätungen will die Pressesprecherin dennoch nicht ganz ausschließen: Es könne sein, dass kleinere, abfällige Straßen wegen Glatteises nicht befahrbar seien. Der Bahnverkehr läuft laut Pressestelle der Deutschen Bahn planmäßig.

Blieben am Mittwoch noch zahlreiche Schulen in der Eifel geschlossen, so wird am heutigen Donnerstag überall wieder der normale Schulbetrieb aufgenommen. Allerdings sind noch nicht alle Turnhallen wieder geöffnet. Die Sporthalle der Neuerburger Realschule plus wird noch so lange geschlossen bleiben, bis deutlich weniger als zehn Zentimeter Schnee auf ihrem Dach liegen. Das gleiche gilt für die Halle der Berufsschule Gerolstein und die Eislaufhalle in Bitburg.

Der viele Schnee hat auch die Müllabfuhr behindert. Die Kreisverwaltungen in Daun und Bitburg teilen mit, dass die Müllwagen erst zum nächsten regulären Termin wieder rollen. Was dann nicht in die Tonnen passt, soll in Säcken (Restmüll) oder Kartons (Papier) dazugestellt werden. Für zwei Säcke zusätzlichen Mülls muss man im Eifelkreis eine violette Wertmarke auf den Tonnendeckel kleben.