Technik als individuelle Lebenshilfe

Technik als individuelle Lebenshilfe

Neue Kommunikationstechnik - ein Computerlabor mit Mediothek - macht es möglich, allen Bertrada-Schülern, insbesondere aber den sogenannten Schwerpunktschülern, die individueller Förderung bedürfen, "das Tor zur internationalen medialen Welt aufzustoßen".

Prüm. (ka) "Vor vier Jahren klopfte der erste Schwerpunktschüler bei uns an. Wir wurden Schwerpunktschule, eine Lern- und Lebensgemeinschaft für Regelschüler und Schüler mit Beeinträchtigungen", erklärte Rektor Klaus Hack bei der PC-Einweihungsfeier in der Schulaula.Inzwischen sind bereits zwölf Schüler mit unterschiedlichen Handicaps in die Schulgemeinschaft integriert. Hilfreich dabei war eine flankierende Basisstudie von Förderlehrerin Daniela Klein: "Der Einsatz des Computers im Unterricht mit förderungsbedürftigen Kindern." Die subtile Auseinandersetzung der Autorin mit der Thematik und die von ihr angezeigten Wege haben sich in der Schulpraxis als richtig und wertvoll erwiesen. Klein zufolge bietet der Computer in vielen Unterrichtssituationen Möglichkeiten zur Differenzierung und zur sinnvollen Unterstützung individueller Förderung. Auch Schüler mit besonderem Förderbedarf hätten das Bedürfnis sich auszudrücken, zu zeigen was sie denken und wer sie sind. Das aber scheitere im Schulalltag allzu oft an der Unzulänglichkeit der herkömmlichen Medien. Schüler mit Handicaps motiviere der PC allein schon wegen der Möglichkeit, das Produkt zu variieren oder zu korrigieren. Für stark sprachbeeinträchtige Kinder sei er oft eine wichtige Unterstützung zur Kommunikation und zur Teilhabe an der Klassengemeinschaft. Lang ist die Liste der Computer-Vorteile, die Klein in nahezu allen Unterrichtsbereichen für erfolgreiches Lernen und für eine in jeder Hinsicht gute Weiterentwicklung sieht. "Vorausgesetzt, es stehen ausreichend viele PCs zur Verfügung", meinte sie einschränkend."Wir haben gelernt, dass es gerade im Bereich der Schwerpunktschule unverzichtbar ist, andere Lernwege zu beschreiten", sagte Klaus Hack. Jedem Schüler mit Beeinträchtigung müsse geholfen werden, lebenstüchtig und möglichst selbstständig zu werden.Rund 20 000 Euro haben Computerlabor und Mediothek gekostet. 17 000 Euro kamen von vier Sponsoren: von der Nikolaus-Koch-Stiftung, der Stiftung van Meeteren, dem Lions Club Bitburg-Prüm und dem Förderverein der Bertrada-Grundschule Prüm. "Eine mehr als fantastische Summe", freute sich der Schulleiter. Herzlich danke er jedem, der auf seine Weise zum Gelingen des Projektes beigetragen hat. Erster Gratulant war VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen. "Was hier investiert wurde, ist gut angelegtes Geld", befand er. Ähnlich dem biblischen Gleichnis vom guten Verwalter gelte es nun, "die Talente zu mehren", die der Schüler und weiterer Schwerpunktschulen.Unterdessen konnten es die jungen Zuhörer kaum erwarten, sich mit den neuen Geräten zu befassen. Zuvor hatten sie unter der Leitung von Lehrerin Christa Dannhauer gemeinsam mit der Gruppe "Eckard, Andrea, Stefan" von den Westeifelwerkstätten die Einweihungsfeier musikalisch gestaltet.

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