1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Testen neben der Rennstrecke

Testen neben der Rennstrecke

NÜRBURGRING. (HG) Der Gewerbepark Nürburgring ist wieder um ein Unternehmen gewachsen. Die Mönchengladbacher Firma "Capricorn Engineering" hat zwei Millionen Euro in ein neues Testcenter zur Erprobung von Fahrwerks-, Antriebs- und Kraftübertragungskomponenten investiert.

Eleganz und Ästhetik zeichnen den 1000 Quadratmeter großen Hallenbau von Capricorn im Gewerbepark Nürburgring aus. Und doch ist der Zweck des Gebäudes eher von der technischen Seite geprägt. Denn hier sollen in Zukunft nur wenige Meter entfernt vom härtesten Testlabor der Welt, der 22 Kilometer langen Nordschleife, mit modernster Technik und Elektronik Fahrwerks-, Antriebs- und Kraftübertragungskomponenten an Fahrzeugen erprobt werden. Alfa Romeo/Fiat, BMW, Daimler-Chrysler, Opel und Lotus haben am Nürburgring "Zweigstellen" errichtet, die das Testzentrum nun ergänzen soll. Capricorn ist ein kleines, das sich seit Mitte der 80er Jahre "mit Spaß und Freude" (Geschäftsführer Robertino Wild) Fahrzeugen aus dem historischen Rennsport widmet. Rund 20 Mitarbeiter restaurieren, fertigen neue Teile bis zum kompletten Motor an, stimmen ab und machen seit 20 Jahren auch Testfahrten auf dem Nürburgring.Moderne Werkstatt mit Übernachtungsmöglichkeit

Seit 1994 widmet man sich verstärkt dem Automobilbau der Gegenwart und bietet Problemlösungen bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge an, fertigt Sonder- und Kleinserien und bietet Teil- und Gesamttests an. Um in Zukunft näher am weltberühmten Rennstandort zu sein und den Kunden aus der Rennsport- und Autoindustrie einen vereinfachten und kostengünstigeren Service zu bieten, wurde als Ergänzung des Hauptwerks in Mönchengladbach ein zweiter Standort im Gewerbepark am Nürburgring gebaut. In der Werkstatt mit Büro-, Aufenthalts- und Schlafräumen bietet das Mönchengladbacher Unternehmen seinen Kunden ein Komplettangebot. Dabei können diese wählen, ob sie die Techniker, Ingenieure und das Verwaltungspersonal von Capricorn in Anspruch nehmen oder die eigenen Mitarbeiter einsetzen. "Die Modellzyklen werden in der Autoindustrie immer kürzer, da ist es unser Ziel, den Herstellern Konstruktions- und Entwicklungsleistungen sowie die ganze Arbeit des Testens abzunehmen. Wir können ihnen aber, wenn sie es möchten, auch die ganze Logistik sowie Aufenthalts- und Ruhebereiche zur Verfügung stellen", erklärt Projektleiter Marc Büllesbach. 2001 wurde das 7000 Quadratmeter große Grundstück vom Gewerbepark-Zweckverband erworben und im Herbst 2002 mit dem Bau begonnen. Marc Büllesbach lobte die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Verbands. "Alle Beteiligten bei den Ämtern waren kooperativ und hilfsbereit, insgesamt hat alles problemlos geklappt." Zweckverbandsvorsteher Hermann-Josef Romes freute sich darüber, Capricorn als neues Unternehmen im Gewerbepark zu begrüßen. "Ihr Unternehmen wachse ungeheuer und damit auch die Gewerbesteuer", wünschte sich Romes in Anspielung auf erwartete Einnahmen für die drei beteiligten Verbandsgemeinden Adenau, Kelberg und Mayen-Land. Obwohl Capricorn nicht unmittelbar neue Arbeitsplätze für die Region bietet, sei doch die Entstehung von Arbeitsplätzen, die sich aus der Ansiedlung ergeben können, wichtig, betonte Romes. Mit Capricorn sind nun 16 Firmen im Gewerbepark ansässig und bieten rund 200 Menschen Arbeit. "Schritt für Schritt geht es weiter, und wächst der Gewerbepark", prognostizierte Hermann-Josef Romes.