"The same procedure ..."

as last year?" fragt der Butler seine Miss "Zoffie". Sie antwortet: "The same procedure as every year!" Und dann beginnt das "Dinner for one": Miss Sophie sitzt an einer für viele Gäste festlich eingedeckten Tafel.

Das Problem: Die Gäste sind alle längst tot. Nur die uralte Gastgeberin und ihr uralter Butler leben noch.

Alle Jahre wieder: die gleiche Prozedur! Der Reihe nach prostet Miss Sophie den toten Gästen zu. Und der Butler rennt von Platz zu Platz und ruft im Namen der toten Gäste seiner Chefin zu: "Cheerio!" Kein Auge bleibt trocken, wenn er angetrunken um den Tisch herum stolpert: Rabenschwarzer englischer Humor!

Aber es ist doch gespenstisch: Zwei Beinahetote tafeln mit längst Verstorbenen. Ich werde nachdenklich. An Silvester bei uns die gleiche Prozedur wie alle Jahre? Heitere Filme im Fernsehen, die vor langer Zeit aufgezeichneten Silvesterparties. Draußen knallt es schon vor Mitternacht! Auch dies macht auf mich einen gespenstischen Eindruck: Nur keine Besinnlichkeit aufkommen lassen. Feiern bis zur Besinnungslosigkeit? Vielleicht spielt da eine unbestimmte Angst vor dem Neuen Jahr eine Rolle?

Ich halte mich lieber an die biblische Jahreslosung für 2010: "Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!" (Johannesevangelium Kap. 14,1).

Mit diesem guten Wort kann man getrost das neue Jahr beginnen, ganz gleich, was es bringen mag.

Hans-Martin Stüber, Pfarrer i.R., Gerolstein

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