"Theo Door" steht gut im Futter

"Theo Door" steht gut im Futter

WEINSHEIM. Trotz vieler Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft: Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Beim Prüm Türenwerk in Weinsheim zum Beispiel freut man sich über ein sehr starkes Geschäftsjahr.

"Theo Door", das Maskottchen des Prüm Türenwerks, hat gut lachen: Im Jahr 2003 hat sein Unternehmen einen großen Satz nach vorn getan. Obwohl der Türenmarkt bundesweit um sieben Prozent zurück ging, schaffte das Weinsheimer Werk einen Zuwachs von exakt 11,2 Prozent.Bei einem Gesamtumsatz von rund 69 Millionen Euro habe man knapp sieben Millionen Euro mehr als 2002 zu verzeichnen, wie Geschäftsführer Detlev Schröder vorrechnet. "Damit sind wir im letzten Jahr das erfolgreichste Werk in der Türenbranche gewesen."Bundesweit die besten Zahlen

"Man muss es einfach so sagen: Wir sind in Deutschland das Türenwerk, das die besten Zahlen schreibt", bilanziert auch Marketingchefin Claudia Schoden. "Das ist doch mal eine positive Nachricht." Nicht zuletzt für die derzeit 458 Beschäftigten, die fast alle aus der Region kommen. "Durch die Steigerung haben wir im vergangenen Jahr zwölf neue Mitarbeiter eingestellt", sagt Schröder, "was im Moment ja auch selten ist. Meistens spricht man von Entlassungen." Nur bei der Frage nach dem Geschäftsergebnis gibt sich Schröder geschlossen: "Ich bitte da um Verständnis. Aber wir sind zufrieden. Mehr als 50 Prozent in der Türenindustrie schreiben tiefrote Zahlen. Zu denen gehören wir sicherlich nicht." Schröder nennt die Faktoren für den Erfolg des Weinsheimer Unternehmens: An erster Stelle eine Vermarktung, bei der man unter anderem den Fachhandel mit Verkaufshilfen ausgerüstet habe - wie einem technischen Türenhandbuch oder Informationen auf CD ROM. Zweitens "haben wir rechtzeitig in maschinelle Anlagen investieren können. Der wesentliche Schlüssel sind aber die Motivation unserer Mitarbeiter und das Zusammenspiel der Fachabteilungen. Andere Unternehmen haben in diesen Bereichen mehr Reibung als Erfolg." Ein Rundgang durch den Betrieb mit Claudia Schoden ist dazu angetan, Schröders Aussagen zu bestätigen: Keiner duckt sich weg, alle sind freundlich und offenbar bester (Arbeits-) Laune. Das gute Zusammenspiel werde auch durch gelegentliche Streiks - wie vor zwei Jahren - nicht weiter gestört. Schröder: "Naja, das ist doch eher von den Gewerkschaften initiiert. Und wir werden da gerne ausgeguckt, weil wir so erfolgreich sind."Investitionen stehen ins Haus

Für 2004 ist als Erweiterung eine Fertigungsstraße geplant, die die Türen mit einer derzeit sehr häufig nachgefragten Rundkante versieht. "Außerdem werden wir ein großes, automatisiertes Zentrallager andocken, um in Logistik und Lieferbereitschaft noch stärker zu werden."Das Lager (für 6200 Paletten und 250 000 Einzel-Artikel) wird derzeit gebaut, im Mai soll es in Betrieb genommen werden. Die Erweiterung sei notwendig geworden, weil die Kunden immer öfter kleinere Bestellungen aufgeben, das Türenwerk aber auf größere Umfänge ausgelegt sei. Zargen und Material für kleinere Aufträge wollen die Weinsheimer deshalb im eigenen Lager griffbereit halten. Anfang Januar ist zudem die EDV erneuert worden. Schröder: "Wir haben die Software umgestellt, so dass wir noch strukturierter an Datenmaterial kommen, um die Abläufe zu verbessern." Kostenpunkt für alle diese Maßnahmen: Mehr als sechs Millionen Euro.Am wichtigsten aber bleibt für den Geschäftsführer die Ausrichtung auf das Marktgeschehen: "Das muss noch weiter gepflegt werden", sagt Detlev Schröder. "Denn wir versuchen, die Probleme des Markts und der Kunden zu lösen, und beschäftigen uns nicht mit Abteilungs-Zwist."