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Therapiebad in Bitburg schon seit drei Jahren geschlossen

In der St.-Martin-Schule : Therapiebad in Bitburg seit drei Jahren dicht – Wie geht es weiter?

Seit drei Jahren ist das Schwimmbad in der St.-Martin-Schule in Bitburg geschlossen. Benutzt wird es unter anderem als Therapiebad der Förderschule. Wann macht es wieder auf?

Petra Müller aus Bitburg nennt es ein „weiteres Desaster“, als sie sich bei unserer Zeitung meldet. „Weiteres“, weil sie Bezug auf den Bericht nimmt, dass aktuell drei Turnhallen gleichzeitig in Bitburg gesperrt sind (der TV berichtete). „Desaster“, weil das mit der Schließung auch teilweise für Schwimmbäder gelte.

Was Müller meint, ist das Schwimmbad in der St. Martin Schule in Bitburg. Dieses sei, sagt die Hinweisgeberin, seit November 2019 aufgrund von Reparaturarbeiten geschlossen. Vorab muss man sagen, dass St. Martin natürlich keine „gewöhnliche“ Schule ist. Dort lernen Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis 18 Jahren, die einen ganzheitlichen Förderbedarf in Hinblick auf ihre geistige und körperliche Entwicklung haben. Das Schwimmbad ist also nicht zum Planschen oder Trainieren für jeden gedacht. Aber darauf will Petra Müller auch nicht heraus.

Therapiebad in Bitburg: Seit 2019 geschlossen

Ihr geht es um das Therapieschwimmen. Das Bad wird von den Kindern der Förderschule St. Martin, Menschen mit Behinderung, zum Eltern-Kind-Schwimmen und von erkrankten Mitglieder der Rheumaliga Bitburg genutzt. Müller selbst ist von einer Rheuma-Erkrankung betroffen: „Das Bad wäre so wichtig für uns alle“, sagt sie.

Wichtig, weil es in Bitburg keine adäquate Alternative zu diesem Therapiebad gibt, sagt Müller: „Ich habe den Eindruck, dass hier an den schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft gespart wird.“

Ein Eindruck, den die Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm so nicht bestätigen kann. Sie ist als Träger der Schule auch für das Bad verantwortlich. Dazu, dass die Schwimmhalle aktuell dicht ist, teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung mit: „Die Schließung des Schwimmbades ab November 2019 erfolgte zunächst wegen Reparaturarbeiten an den Blockheizkraftwerken der Schulanlage.“

Corona machte Schwimmbetrieb unmöglich

Als man mit diesen Arbeiten fertig gewesen sei, kam das, was wir alle kennen: die Corona-Pandemie. Die inzwischen verfügten Corona-Maßnahmen ließen einen Badebetrieb ab Juni 2020 nicht zu, teilt die Kreisverwaltung weiter mit. Als die Regeln im September 2021 gelockert wurden und ein Badebetrieb möglich gewesen wäre, trat ein weiteres Problem auf: „Es zeigten sich bei Betriebsaufnahme Undichtigkeiten am Beckenumgang und ein nicht geklärter Wasseraustritt“, erklärt Waltraud Weber, Sprecherin des Eifelkreises. Mehrere Sachverständige seien daraufhin zur Schadensaufklärung eingeschaltet worden.

Die baulichen Mängel, die diese Sachverständigen herausgefunden haben, erfordert ein „umfassendes Sanierungskonzept und aufwendige Abdichtungsarbeiten“ sagt Waltraud Weber weiter: „Die Planung der Sanierungs- und Reparaturarbeiten ist in der Vorbereitung.“

Wenn diese abgeschlossen sind, will der Kreis als Schulträger das Bad wieder öffnen. Das werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2023 der Fall sein, sagt Sprecherin Waltraud Weber. Sicher ist aber: Das Bad wird wieder öffnen, anderweitige Pläne gibt es laut Kreis nicht.

Es wird also – zum Glück – nicht an den schwächsten Menschen gespart. Es dauert einfach ein bisschen.