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Tief Luft holen für die letzten Hürden

Tief Luft holen für die letzten Hürden

NEUERBURG. Noch ist nichts entschieden über den Krankenhaus-Standort Neuerburg. Läuft alles glatt, dann steht künftig eine "Marienhaus Klinik St. Josef" auf eigenen Füßen.

Seit mehr als einem Jahr arbeitet die Marienhaus GmbH als Träger der Südeifel-Kliniken an einer Umstrukturierung der Einrichtung in Neuerburg (der TV berichtete). Bürgermeister Norbert Schneider nutzte die jüngste Sitzung des Verbandsgemeinderats Neuerburg, um über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu informieren. "Es sind noch keine Verträge unterschrieben, aber es gibt positive Signale", sagte Schneider. Der TV hörte bei Vera Bers nach, Geschäftsführerin einer gemeinnützigen GmbH in Gründung - mit der Marienhaus GmbH als Mehrheitsgesellschafterin und der Cura Med GmbH als weiterer Gesellschafterin. "Wir haben ein konstruktives Gespräch mit der Direktion der AOK Rheinland-Pfalz geführt", bestätigt Bers. Ergebnis: Wenn sich herausstellt, dass das neue Konzept für Neuerburg nicht zu einer finanziellen Mehrbelastung der Kassen führt, trägt die AOK es mit.Kurzzeitpflege wieder geöffnet

Auch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer habe den Vorschlag grundsätzlich wohlwollend bewertet, berichtet Bers. Gleichwohl gelte es, noch wichtige Fragen zu klären. So steht am Mittwoch ein Gespräch mit dem Verband der Angestellten-Krankenkassen/Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (VDAK/AEK) an. Im März wandert das Modell in den Planungsausschuss des Ministeriums, der über einen eigenen Planbettenbescheid für Neuerburg befinden muss. Gibt es dort grünes Licht, dann läuft die Einrichtung rückwirkend ab 1. Januar 2006 als Marienhaus Klinik St. Josef Neuerburg GmbH. Damit wäre Neuerburg vom Krankenhaus Bitburg getrennt. Folgende Aufteilung des Gebäudes ist derzeit vorgesehen: Im Erdgeschoss werden eine chirurgische Belegabteilung mit 14 Betten sowie eine innere Abteilung mit 20 Betten untergebracht. Hinzu kommen 14 spezielle Intensivbetten für Beatmungspatienten mit dem Ziel der Beatmungsentwöhnung. In den beiden Obergeschossen gibt es künftig 40 Betten für Patienten der Phase F (neurologische Langzeit-Rehabilitation und Intensivpflege). Dieser Bereich bekommt den Namen "Pflegeeinrichtung St. Elisabeth".Verwaltung zieht ins Marienheim

Im Hauptgebäude werden Umrüst- und Erweiterungsarbeiten fällig. So müssen viele Zimmer mit medizinischen Gasen zur Beatmung und speziellen Pflegebetten ausgerüstet werden. Die Verwaltung zieht bereits nächste Woche ins benachbarte Marienheim. Aktuell ist die zwischenzeitlich geschlossene Kurzzeitpflege wieder geöffnet. Das Angebot dient zur Überbrückung, wenn zum Beispiel pflegende Angehörige sich eine Auszeit gönnen wollen, der häusliche Bereich umgebaut werden muss oder gerade noch kein Platz im Pflegeheim frei ist. In Neuerburg gibt es bisher acht Kurzzeitpflegeplätze. "Die neue Konzeption soll den Standort langfristig sichern und damit eine Gewähr bieten für flächendeckende stationäre medizinische Versorgung", fasst Bers zusammen. Die Geschäftsführerin nimmt am Donnerstag, 9. Februar, an einer nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrats Neuerburg teil. Die anschließende öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde-Verwaltung. "Möglichweise können wir dann weitere Ergebnisse der Beratungen bekannt geben", kündigt Stadtbürgermeister Willi Hermes an. In der Sitzung geht es auch um den Haushaltsplan 2006 der Stadt.