Tiefe Einblicke am Spittel

Bitburg · Unter den Augen vieler Zuschauer schreiten die Arbeiten auf der Baustelle am Spittel voran. Die Kellerräume sowie die Einfahrt in die zukünftige Tiefgarage stehen. Der Rohbau des Gebäude-Komplexes soll schon im Juni 2014 fertig sein.

 Mitten in der Innenstadt öffnet sich die riesige Baustelle auf dem Spittel. Die Arbeiten für die Kellerräume sind fast abgeschlossen. Die gelben Streben im Vordergrund gehören zu einem Kran. TV-Foto: Klaus Kimmling

Mitten in der Innenstadt öffnet sich die riesige Baustelle auf dem Spittel. Die Arbeiten für die Kellerräume sind fast abgeschlossen. Die gelben Streben im Vordergrund gehören zu einem Kran. TV-Foto: Klaus Kimmling

Bitburg. Trotz des Lärms von Kränen und Baumaschinen ist leise Pop-Musik zu hören. Auf dem Boden steht ein kleines Radio. Dieser Boden, auf dem die Bauarbeiter herumlaufen, ist eigentlich die Decke der Kellerräume des zukünftigen Gebäudekomplexes auf dem Spittel in Bitburg. Wo einst der Postplatz und 40 Parkplätze waren, öffnet sich nun ein 4400 Quadratmeter großes Gelände.
Dort wächst der Bau eines Wohn- und Geschäftshauses (siehe Extra) empor. Das Projekt kostet nach Angaben der Trierer Wohnungsbaugesellschaft, die das Projekt geplant hat, 15 Millionen Euro. "Die Decke wurde vergangene Woche betoniert", sagt Jürgen Weiler, Geschäftsführer der Baufirma, die für die Arbeiten zuständig ist. Betonstabstahl breitet sich auf der Decke aus. Die Stähle formen Vierecke - die zukünftigen Räume im Erdgeschoss.
Der Gebäudekomplex besteht aus drei Teilen. Auf der Seite der Hauptstraße soll die Fassade des Hauptgebäudes entstehen, dessen Kellerräume mit Decke schon fertig sind. "Wir bauen die drei Teile parallel", erklärt Weiler, "nun sind wir gerade dran, die Wände für die Untergeschosse auf der Seite der Poststraße zu betonieren".
Dort steht ein Betonmischer. Er dreht sich und dreht sich. In der Höhe hängt ein orangefarbener Trichter, halb versteckt im Nebel, der sich an diesem Novembertag durch Bitburgs Straßen zieht. Drei Männer verfolgen die Betonierung der Wände. Sie schauen nach unten auf einen riesigen unterirdischen Platz. Dort werden die weiteren Kellerräume gefertigt. Insgesamt 4500 Kubikmeter Beton wurden schon verarbeitet.
Auf dem Boden im "Keller" ragen Betonplatten heraus. Dazwischen liegen gelbe Holzstangen. Darauf balancieren einige Bauarbeiter. Sie legen immer wieder eine neue Stange dazu. Es sieht wie eine Brücke aus, die nach und nach immer länger wird, um das andere Ufer zu erreichen. "Sie fertigen die Schalung für die Unterzüge", erklärt Weiler. Diese sind Träger, die die Last der Decke aufnehmen.Einfahrt zur Tiefgarage fertig


Da unten soll auch eine Tiefgarage für die Bewohner des Hauses entstehen. Die Einfahrt dazu ist schon fertig: Auf der Seite des Borenwegs sieht man das Gefälle, das zu den Stellplätzen führen wird.
Wie das Ganze in Zukunft aussehen wird, zeigt ein großes Schild in der Hauptstraße. Das stillt aber die Neugierde vieler Passanten nicht. In der Poststraße stehen einige Meter vom Zaun entfernt Zuschauer. Ein Vater erklärt seinem Kind, was auf der Baustelle passiert.
"Es ist sehr interessant", sagt Thome Juse. Der Rentner aus Wawern ist zufällig in Bitburg unterwegs. "Ich habe 40 Jahre auf dem Bau gearbeitet, man kann sich kaum vorstellen, was es jetzt für eine Technik gibt", sagt er.
Zeit, um den Bau des großen Gebäudes zu beobachten, gibt es noch genug. "Der Rohbau soll im Juni 2014 fertig werden", sagt Weiler. Bis dahin bleibt Am Spittel die Bühne der größten Baustelle Bitburgs.
Extra

 Balanceakt: Ein Bauarbeiter verlegt gelbe Holzstangen. TV-Foto: Barbara Cunietti

Balanceakt: Ein Bauarbeiter verlegt gelbe Holzstangen. TV-Foto: Barbara Cunietti

Die Gestaltung des Projektes am Postareal in Bitburg liegt in den Händen der Trierer Wohnungsbaugesellschaft GBT. Entstehen soll ein Winkelbau entlang des Spittels und der Poststraße. Im künftigen Wohn- und Geschäftshaus wird es 33 Wohnungen geben. Im Erdgeschoss des Komplexes werden Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister Platz finden. Die Fassade orientiert sich an klassischen Lochfassaden, wie sie in der Altstadt wieder zu finden sind. Das Gebäude soll vier Geschosse haben. bc

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