"Tod im Hochsitz" - Wer erschoss Dr. Elmar Steinbeck?

"Tod im Hochsitz" - Wer erschoss Dr. Elmar Steinbeck?

Köln. (sn) "Im Dunkel der Eifel" heißt der neue Eifel-Krimi von Edgar Noske. Kommissar Lemberg ermittelt im Mordfall Steinbeck. Der Frauenarzt und passionierte Jäger wird auf seinem Hochsitz erschossen. Roger Lemberg ist Kriminalhauptkommissar und leitet die Soko Eifel. Zusammen mit seiner Frau verbringt er seinen Urlaub auf Texel und träumt von einem Leben am Meer. Doch als der Monschauer Frauenarzt Dr. Elmar Steinbeck, passionierter Jäger und Bruder des Oppositionsführers im Düsseldorfer Landtag, auf einem Hochsitz erschossen wird, muss er seinen Urlaub abbrechen. Der Fall scheint klar, denn die Ehefrau des Ermordeten tippt sofort auf ihren Ex-Mann, der auf das Haus geschossen und wilde Drohungen ausgestoßen habe. Doch so einfach ist es dann doch nicht. Steinbeck galt als Frauenheld und Lebemann, war nicht überall beliebt. Die Fall bekommt ungeahnte Dynamik, als der Hauptverdächtige die Ehefrau des Ermordeten entführt und Richtung Belgien flieht. Nun kommt es auf eine gute grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit an. Der Korn am Morgen und das Bier am Mittag gehören dazu

Lemberg ist ein desillusionierter Polizist Mitte Vierzig, der schon zum Frühstück einen Klaren braucht und zum Bierchen im Dienst nicht nein sagt. Der sympathische Antiheld läuft zur Höchstform auf, als er sich bewusst dem Entführer ausliefert. Eine gewisse Komik liegt in der anfangs schwierigen Zusammenarbeit mit den belgischen Polizei-Kollegen. Der Chef de Corps begrüßt Lemberg mit dem Satz: "Ich kann die Deutschen nicht leiden." Lemberg kontert später: "Sie erinnern mich an einen Holländer, der meine Großeltern in den sechziger Jahren in Amsterdam angepöbelt hat." "Im Dunkel der Eifel" hat alle Zutaten, die ein guter Eifel-Krimi braucht. Dass Lemberg sich mit leichter Alkoholfahne durch den Fall manövriert - geschenkt. Amüsant ist der Blick zum belgischen Nachbarn. Viel Lokalkolorit rundet die Geschichte ab. Die Handlung hätte allerdings noch etwas mehr Dynamik vertragen. Edgar Noske: "Im Dunkel der Eifel". Emons Verlag, Köln, 288 Seiten, 9 Euro.

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