Tolles Fest, tolle Stimmung, wenig Kritik: 50.000 Besucher an vier Tagen – Der TV schaut auf die Höhen und Tiefen des 50. Folklore-Festivals

Bitburg · 50.000 Besucher, 53 Ensembles aus 19 Ländern und 400 freiwillige Helfer: Aus Sicht der Veranstalter war das 50. Folklore Festival in Bitburg ein voller Erfolg. Ein Rückblick auf Tops und Flops.

Wenn 50.000 Besucher und 1700 Teilnehmer aus 19 Ländern vier Tage lang in der Stadt feiern und eine super Stimmung verbreiten, kann das im Großen und Ganzen nicht schlecht sein. Ganz im Gegenteil: Alle Plätze der Stadt und sämtliche Programmpunkte des 50. Europäische Folklore-Festival in Bitburg waren gut besucht. Doch auch das schönste Feste lässt sich noch verbessern - ein Blick auf Höhen und Tiefen:

Als dickes Plus muss man die multikulturelle Stimmung in der Stadt werten, die bei den Besuchern gut ankommt. Deren Zahl konnte im Vergleich zu 2014 noch mal um 10.000 Gäste auf nun 50.000 gesteigert werden. Das Publikum und die Ensembles waren ebenso wie die Teilnehmergruppen vom Alter her gut durchmischt. Auch die 1700 Musiker und Tänzer der 53 Ensembles aus aller Welt hatten ihre Freude miteinander wie etwa beim Begegnungsabend am Freitag im Haus der Jugend. Mehr als 500 Teilnehmer kamen dort zusammen. "Irgendwann war der ganze Saal am Singen", sagt Gerd Wanken, Leiter des Hauses der Jugend. Die Einheimischen erfreute daneben das "Grenzlandtreffen-Revival" mit Live-Musik: Viele Bitburger und Teilnehmer aus der Ferne nutzten die Möglichkeit, dort gemeinsam zu tanzen. Trotz des Engagements der Stadt wäre das Fest ohne den Einsatz der Helfer nicht zu meistern: 400 Ehrenamtliche aus Vereinen haben hinter den Kulissen mit angepackt, was Respekt verdient.

Nicht ganz mitgespielt hat das Wetter, worunter insbesondere die 25 Schausteller und Imbissbetreiber auf dem Beda-Platz zu leiden hatten. Gegen Ende des Festzugs setzte am Sonntag der Regen ein, der auch teils am Montag weiter rieselte. "Das hat dazu geführt, dass viele Besucher vorzeitig das Fest verlassen haben und nicht mehr auf den Rummel gegangen sind", sagt Elfriede Grewe, Geschäftsführerin der städtischen Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft (BVB). Das Wetter liegt jedoch nicht in der Hand des Veranstalters - anders hingegen das Programm zum Einzug der Nationen: Mit Sicherheit lässt sich der Ablauf optimieren. Denn für die Volkstanzgruppen, die leisere Töne anschlagen, oder nicht auf solch hohem Niveau arbeiten wie die Profi-Ensembles aus Kolumbien oder Polen, ist es unvorteilhaft, wenn sie nach solchen Glanzvorstellungen auftreten müssen. Zudem sinkt die Spannung im Zelt. Das Programm wäre dadurch zu verbessern, indem man die besten Tanzgruppen zum Schluss auftreten ließe.
Mehr Qualität statt Quantität könnte auch nicht schaden. Denn mit 14 Auftritten ist der Samstagabend beim Einzug der Nationen etwas langatmig.

Wenn die Sonne brennt, haben die Besucher Durst: Doch der Bierpreis von drei Euro für ein 0,3-Liter-Glas, das sind zehn Euro pro Liter, auf dem Festplatz bestürzt so manchen Gast. Auf den Liter gerechnet trinkt man da selbst auf dem Oktoberfest in München ein günstigeres Maß, das dort bereits ab 9,70 Euro zu haben ist.
Ganz daneben: Am Sonntag nahm die Polizei einen Betrunkenen in Gewahrsam, der Zugteilnehmer beschimpft und mit einem "Messerchen" bedroht hat. Nach seiner Ausnüchterung wurde der 57-jährige Bitburger gestern wieder auf freien Fuß gesetzt.

Extra Veranstalter

Elfriede Grewe, Geschäftsführerin BVB: "Auf allen Plätzen herrschte eine gute Stimmung. Wir müssen für das nächste Jahr aber die Werbung für den Rummelplatz intensivieren und ein paar spektakulärere Fahrgeschäfte finden."

Joachim Kandels, Bürgermeister der Stadt Bitburg: "Ich ziehe eine positive Bilanz. Viele fröhliche Menschen haben uns zur gelungenen Organisation gratuliert. Ich möchte mich bei allen Helfern bedanken, die ihren Beitrag dazu geleistet haben."

Hajo Römer, Caterer: "Der Bierpreis ist gerechtfertigt. Wir müssen den ganzen Aufwand wie die Kosten für das Festzelt, die Elektrik und Veranstaltungstechnik sowie die Reinigung des Festplatzes und auch das Personal über die Getränkepreise finanzieren. Dafür ist ja der Eintritt ins Festzelt umsonst."