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Touristiker setzen auf Rad- und Wandertourismus

Nach durchwachsenem Coronajahr : Touristiker in der Eifel hoffen auf 2021

Die Corona-Pandemie hat auch beim Eifeltourismus Spuren hinterlassen. Dass es auch Chancen gibt, haben die Touristiker bei einer Video-Pressekonferenz erzählt.

Dass das vergangene Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht einfach war für die Tourismusbranche, dürfte klar sein. Reisebeschränkungen, Lockdowns oder Beherbergungsverbote, all das hat den Betrieben schwer zugesetzt.Das wurde deutlich bei der Pressekonferenz der Eifel Tourismus GmbH, die pandemiebedingt als Videoschaltung stattfand. Eigentlich sei man jetzt auf der Tourismusmesse in Berlin, sagte Landrat Heinz-Peter Thiel, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH das Gespräch mit den Pressevertretern moderierte, in seiner Einleitung. Doch diese gibt es derzeit nur in digitaler Form als ITB now. Trotzdem seien 2800 Aussteller aus 120 Ländern vertreten.

Der Tourismusbranche habe die Krise im vergangenen Jahr einiges abverlangt. Das lässt sich deutlich belegen. „In Rheinland-Pfalz liegen die Rückgänge innerhalb der Eifel bei 33,4 Prozent bei den Übernachtungen.“ In der Eifel sei der Umsatz bei den Übernachtungen um 37 Prozent zurückgegangen. Bei den Tagesausflügen um etwa 19 Prozent. Insgesamt gebe es 2020 einen Verlust für den Tourismus in der Eifel von etwa 500 Millionen Euro.

Neben diesen düsteren Fakten zeigten sich die Vertreter des Eifeltourismus dennoch vorsichtig optimistisch, denn das Interesse an naturnahen Angeboten im Deutschland-Tourismus sei gestiegen. Die fehlende Perspektive zum Ende des Lockdowns wirke sich aber auch auf die Buchungen aus. So sprach Wolfgang Reh, der stellvertretende Geschäftsführer, davon, dass es eifelweit derzeit Rückgänge von 75 Prozent bei den Buchungen gebe, 62 Prozent beim Umsatz durch die Vermietung von Zimmern und 68 Prozent beim Umsatz durch Pauschalen. Gut sei dagegen, dass es rund 35 Prozent mehr Anfragen zu Informationsmaterial zur Eifel gebe.

Die Herausforderungen für dieses laufende Jahr liegen nach Aussage von Reh darin, den Gästen die Sicherheit zu vermitteln, dass je nach Änderung der Lage Stornierungen möglich sind. Das touristische Geschäft müsse wie nach dem ersten Lockdown möglichst schnell angekurbelt werden. Hilfreich seien dabei nach Jahreszeiten gegliederte Webseiten, die Angebote für die Saison aufzeigen.

Klaus Schäfer ging auf die Herausforderung in diesem Jahr  ein. Bei touristischen Hotspots, bei denen ein zu hoher Andrang drohe, sei es  wichtig, Besucherströme zu lenken.  Dabei sollten keine Verbote ausgesprochen, sondern andere Möglichkeiten in der gesamten Eifel angeboten werden. „Wir wollen nicht restriktiv erscheinen.“ Dabei wolle man auch auf technische Lösungen, zum Beispiel mit einer Registrierungsapp, setzen.

Man setze auf Angebote beim Wandern und Radfahren. Bestehende Radwege sollten zu Touren verknüpft werden, sagte Wolfgang Reh. Damit versuche man, mehr Übernachtungen zu erzielen. Auch will man das „Storytelling“ vermehrt nutzen. Das heißt, dass je nach Region die Stärken herausgestellt werden und eine gewisse Dramaturgie angeboten werde. Dabei könnten zum Beispiel Bahntrassen und Flussradwege mit wechselnden Landschaftsbildern hervorgehoben werden. Dafür müsse wenig in die Infrastruktur investiert, sondern die touristischen Dienstleister zusammengebracht werden. Auch auf weitere Pauschalangebote für Radfahrer und Wanderer wolle man setzen.

Die Touristiker gaben auch einen konkreten Ausblick auf die Chancen in diesem Jahr. „Das Ostergeschäft ist gelaufen“, sagte Heinz-Peter Thiel. Es sei nicht davon auszugehen, dass bis dahin die Beherbergungsbetriebe öffnen dürften. Allerfalls könne es Öffnungen in der Gastronomie geben. Man hoffe aber, die Saison noch retten zu können, denn die Nachfrage sei da. Schwierig werde es bei den Gruppenunterkünften.