Trauer in der Eifeler Kunstzene und im Islek: Christof Thees ist gestorben

Nachruf : Kunstfreund, Menschenfreund

Christof Thees ist tot. Der so engagierte Vorsitzende des Museumsvereins der Wartehalle Welchenhausen wurde nur 57 Jahre alt.

Trauer in der Eifeler Kunstwelt – und darüber hinaus: Christof Thees, der Vorsitzende des Museumsvereins der Wartehalle Welchenhausen, ist gestorben. Der Vater von zwei Kindern erlag, nur 57 Jahre alt, vergangene Woche seiner schweren und langjährigen Krankheit.

Thees starb nur sechs Wochen nach seinem Vater – und wird genau einen Monat vor dem Beginn seines letzten, großen Projekts in Lützkampen beerdigt: des internationalen Bildhauersymposiums im Ourtal (der TV berichtete).

Christoph Thees (links) mit Bildhauer Norbert Richert. Foto: Fritz-Peter Linden

Vieles, was er mit dem Verein und im Tandem mit dem zweiten Vorsitzenden Lothar Becker anstieß oder begleitete, wird bleiben: Das Projekt „Grenzrosen“ etwa mit Kindern und dem Bildhauer Thomas Rother, an der ebenfalls vom Verein angestoßenen „Kultourtal-Straße“ zwischen Welchenhausen und Stupbach auf deutscher und auf belgischer Seite. Entlang der Strecke und in der Umgebung sind dort inzwischen 30 Kunst-Stationen zu finden. Darunter auch der voriges Jahr eingeweihte „Stamm-Tisch“ von Esther Wiswe. Und man organisierte viele hinreißende Ausstellungen in der Wartehalle, dem kleinsten, aber von Thees und dem Verein engagiert betriebenen Museum weit und breit.

Christof Thees (hinten links) bei der Einweihung des „Stamm-Tischs“ von Esther Wiswe (Mitte). Foto: Fritz-Peter Linden

Der promovierte Anästhesist und Oberarzt an der Uni-Klinik in Bonn leistete an den Wochenenden oft Notdienst am Krankenhaus Gerolstein. Er lebte in Köln, mit Zweitwohnsitz in Lützkampen: Leonie Simons vom Vorstand betont Thees’ tiefe Verbundenheit mit dem Dorf, aus dem seine Vorfahren stammten. Er dokumentierte sie auch mit seiner Fotoserie über die Lützkämper, mit der man vergangenes Jahr die Winterausstellung bestritt. Auch im Dorf, sagt Leonie Simons, sei er für jeden mit Rat und Tipps da gewesen, der Hilfe gebraucht habe.

Seine Krankheit – von der er sprach wie von einem lästigen Besucher, der einfach nicht verschwinden will – hinderte ihn kaum daran, sich bis zuletzt für den Verein einzusetzen; immer auf eine Weise, die Freude an Kunst vermittelte, volksnah, humorvoll, niemals abgehoben. Nur bei der jüngsten Ausstellung im April konnte er die Eröffnungsrede nicht mehr halten – Leonie Simons übernahm für ihn.

Wer nun den Verein führen wird, ist noch nicht bekannt. Aber alles, sagt Leonie Simons, soll im Sinn des gestorbenen Vorsitzenden weitergehen.

Christof Thees wird am Samstag, 15. Juni, um 14 Uhr auf dem Lützkämper Friedhof beigesetzt. Danach wird es, wenn auch aus viel zu traurigem Anlass, sein wie immer: Alle treffen sich an der Wartehalle. So, wie es auch Christof Thees am besten gefiel.

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