Trauer, Schmerz und neue Kraft

Trauer, Schmerz und neue Kraft

Claudia Fromme verlor bei einem Unfall vor acht Jahren ihren Mann und ihre Tochter. In ihrem Buch "So fern und doch ganz nah" erzählt sie davon, wie sie durch Verzweiflung und Trauer hindurch zu neuem Lebensmut fand. Am Samstag, 3. September, liest und spricht sie im Konvikt Prüm.

Prüm. Dezember 2008: Eine Fahrt in den Skiurlaub endet in der Katastrophe. Bei einem Verkehrsunfall in Österreich sterben Claudia Frommes Mann Michael und die gemeinsame, 13 Jahre alte Tochter Annika. Claudia Fromme erleidet schwerste Verletzungen, aber sie überlebt, ebenso wie ihr damals zehnjähriger, ebenfalls verletzter Sohn.
Wie geht man damit um? Welche Hoffnung kann es nach einem solchen Verlust noch geben? Wie baut man sich danach sein Leben wieder zusammen?
Claudia Fromme hat das geschafft. Sie begab sich unter anderem im Internet auf die Suche nach Trost und Hilfe, las und schrieb Beiträge in Trauerforen und erhielt darauf von vielen die Rückmeldung, "dass meine Worte andere Menschen tief berührten und sie durch meine Zeilen Trost und Hilfe fanden".
Die heute 46-Jährige hat über diese Erfahrungen ein Buch geschrieben - und über alles, was in der Folge geschah, wie sie aus ihrer Trauer und ihrem Schmerz hinaus zu neuem Mut gefunden hat, wie sie die Freude am Leben wiederfand.
"So fern und doch ganz nah" heißt es und verspricht "eine Geschichte, die von Wandlung, Dankbarkeit, tiefen Gefühlen und ewiger Liebe erzählt".
Dabei ist die Autorin, wie sie einmal sagte, mittlerweile fest davon überzeugt, "dass uns nichts so sehr reifen und wachsen lässt wie diese schmerzvollen Erfahrungen".
Am Samstag wird Claudia Fromme auf Einladung der Schwirzheimer Autorin Kerstin Werner im Konvikt Prüm daraus lesen und mit den Besuchern sprechen. Die beiden kennen einander schon länger: "Sie ist total offen - und geht einfach anders um mit dem Thema Tod", sagt Kerstin Werner. "Sie hat sofort gesagt: Ich nehme dieses Schicksal an. Und dadurch konnte sie entsprechend anders damit umgehen."
"Annehmen bedeutet nicht, dass ich gutheiße, was passiert ist", sagt Claudia Fomme. "Es ist eher die Einsicht, dass ich das Geschehene nicht ändern kann. Annehmen bedeutet nicht, dass es nicht fürchterlich wehtut. Es ist eher die Bereitschaft, den Schmerz auszuhalten. Annehmen bedeutet Vertrauen zu haben, dass nichts ohne Sinn geschieht, auch wenn ich ihn momentan nicht erkennen konnte."
Das Zitat stammt aus einem Gespräch, das Kerstin Werner mit Claudia Fromme auch für ihr eigenes, neues Buch "Mach dein Leben bunt" geführt hat. Darin stellt Claudia Fromme auch klar, dass man Schmerz und Trauer nicht verdrängen soll: "Ich kann zum Beispiel am Morgen nach dem Aufwachen auf mein Leben schimpfen und voller Selbstmitleid sein, aber ich darf auch auf einen angenehmen Tag hoffen und so die Möglichkeit offenlassen, dass mich Unerwartetes beschenkt und bereichert."
Die Bücher der beiden Autorinnen kann man nach der Lesung im Konvikt erwerben.Extra

Termin: Samstag, 3. September. Die Lesung von Claudia Fromme beginnt um 19 Uhr im Konvikt, anschließend folgt eine Gesprächs- und Signierstunde. Karten für 10 Euro im Vorverkauf (Abendkasse 15 Euro) erhält man in der Buchhandlung Hildesheim in Prüm. fpl

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