Trauer um Max Weiß

SCHLEIDEN. Ratlosigkeit und Betroffenheit herrschten am Freitag in der Schleidener Polizeiwache. Max Weiß, der Leiter des Kriminalkommissariats Schleiden und zugleich Vorsitzender der Kreisjägerschaft, hatte sich am Donnerstag das Leben genommen.

Gegen 10 Uhr war der 56-jährige Max Weiß zuletzt in der Schleidener Wache gesehen worden. Dass der Erste Kriminalhauptkommissar dann sein Büro verließ, war wegen seiner Aufgabe als Leiter des Kriminalkommissariats nichts Außergewöhnliches. In den Mittagsstunden wunderten sich die Kollegen allerdings, wo Weiß sei. In seinem Büro fanden sie Abschiedsbriefe - und leiteten sofort eine große Suchaktion ein. Zunächst machten sich die Polizisten aus Schleiden auf die Suche, gleichzeitig wurden Hundertschaften zur Unterstützung angefordert. Aus Köln, Mönchengladbach und Bochum setzten sich die Polizisten in Richtung Eifel in Bewegung. Auch Polizisten, die nicht im Dienst waren, eilten von Zuhause aus los, um bei der Suche nach ihrem Kollegen mitzuhelfen. Konzentriert wurde die Suche zunächst auf den Bereich von Weiß' Jagdrevier, das sich vom Hellenthaler Wildgehege bis zur Oleftalsperre und der belgischen Grenze erstreckt. Neben mehr als 150 Polizisten wurden 14 Polizeihunde und ein Hubschrauber eingesetzt. Der Hubschrauber nutzte auch den so genannten Überflugkorridor und suchte das Gebiet jenseits der Grenze ab. Parallel dazu wurde im Raum Schleiden nach dem Polizisten gesucht. Um kurz nach 17 Uhr verbreitete sich auf dem Parkplatz des Hellenthaler Wildgeheges die Nachricht, dass man Weiß' Auto gefunden habe - an einem Waldweg zwischen Schleiden und Broich. Dort, so Polizeisprecher Andreas Blum, habe eine Streifenwagenbesatzung den Wagen entdeckt. Max Weiß habe in seinem Lada gesessen. Er war tot, freiwillig aus dem Leben geschieden. Max Weiß hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Auch wenn es sehr nüchtern klinge, sagte Polizeisprecher Andreas Blum gestern Abend, müsse der Dienst für die rund 70 Polizisten, die in der Schleidener Wache Dienst tun, trotz aller Betroffenheit weitergehen. Die kommissarische Leitung des Kriminalkommissariats werde, so Blum, zunächst Max Weiß' Stellvertreter Benno Manderfeld übernehmen.