Treffer ins Schwarze

BITBURG. (ttl) Das Theater Sesam führt anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Hauses Beda das Kneipen-Stück "Mahlzeit" auf. Der TV war bei der Premiere dabei.

Kein Prunk, keine glamourösen Kostüme und kein aufwändiges Bühnenbild. Das Zwei-Mann-Theaterstück "Mahlzeit" des Theaters Sesam braucht dergleichen nicht. Die Bühne breitet sich über das gesamte Foyer des Hauses Beda in Bitburg aus. Und die Zuschauer befinden sich mittendrin: als Theater-Zuschauer und Café-Gäste in einem. Unmittelbar erleben sie, wie das Ritual zwischen Kellner und Gast, das sich seit fünf Jahren täglich wiederholt, nicht ganz das ist, als was es erscheint.Caféhaus-Charme fehlt im Haus Beda

Mit Kunststoffstühlen und -Tischen ausgestattet, fehlt dem Foyer im Haus Beda ein wenig der Caféhaus-Charme. Akt-Skulpturen wiederum lassen trotz des Titels "Kneipenstück" so etwas wie Biergarten-Atmosphäre nicht aufkommen. Ein Treffer ins Schwarze hingegen sind die beiden Schauspieler Gerhard Fehn und Jose Montana. Sie überzeugen im Theaterstück von Otto Junggeburth mit ihrer ausdrucksstarken Mimik. Ob Kellner oder Gast, Fehn und Montana beherrschen beide Rollen und blühen in ihren Charakteren auf. Lautes Lachen, verhaltenes Schmunzeln - das ist die Antwort des Publikums. Und so viel zum Theaterstück: Montana mag seinen Job als Kellner nicht. Er fühlt sich vor allem von einem Gast schikaniert: Gerhard Fehn. Dennoch ergibt sich der Bedienstete seinem Schicksal. Im Selbstgespräch arrangiert er sich sogar mit dem ungehobelten Gast: "Ich könnte ohne Sie gar nicht existieren, nicht als Kellner und nicht als Mensch. Man muss Sie einfach gern haben." Mitten im Gezanke der beiden: ein Stromausfall. Der Zuschauer sitzt nicht nur für einige Sekunden im Dunkeln, sondern erlebt außerdem den Rollentausch der Protagonisten. Fehn schlüpft in die Rolle des Kellners. Montana wird zum Gast und zeigt sein anderes Ich. Mäkelt am Essen: "Vier Krabben machen noch keinen Cocktail" oder stichelt "Jetzt spielen Sie nicht die beleidigte Leberwurst. Sie dürfen gar nicht beleidigt sein. Ein Kellner ist da, um zu dienen." Fehn steht dem unsympathischen Gast mit stoischer Gelassenheit gegenüber - bis erneut die Rollen getauscht werden. Die Pointe der Geschichte? - Soll nicht verraten werden. Nur soviel: Die beiden Schauspieler werden das Rätsel um den ständigen Rollentausch am Schluss des "Kneipenstücks" lösen. Achtung: Der Aha-Effekt ist programmiert. "Mahlzeit!" wird auch am Samstag, 7. Oktober, und Sonntag, 8. Oktober, jeweils um 20 Uhr im Haus Beda aufgeführt. Kartenvorbestellung über die Kulturgemeinschaft Bitburg, Telefon 06561/6001220.

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