Trinkwassernetz im Fokus

JÜNKERATH. Werner Arenz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll, nimmt die Trinkwasserbelastung in Ormont nicht auf die leichte Schulter. Bei einem Treffen mit seinem Prümer Amtskollegen und Fachleuten soll das weitere Vorgehen besprochen werden.

"In der Zeitung waren dramatische Überschriften und alarmierende Neuigkeiten zu lesen - so schlimm ist es auch wieder nicht", sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll am Donnerstag im Rat Bezug nehmend auf das verunreinigte Trinkwasser in den Gemeinden Ormont und Watzerath (der TV berichtete). Bei Nachproben in verschiedenen Haushalten seien keine Grenzwertüberschreitungen mehr festgestellt worden. Eine akute Gesundheitsgefährdung liege laut Gesundheitsamt des Kreises Daun zur Zeit nicht vor. Doch damit ist das Thema natürlich nicht vom Tisch. Gestern trafen sich Arenz und der Prümer VG-Bürgermeister Aloisius Söhngen in Prüm mit Fachleuten, um zu beraten, ob und wie das Trinkwassernetz saniert werden muss. Um Wasser ging es auch beim folgenden Tagesordnungspunkt. Bei den Betriebszweigen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung musste ein erster Nachtrag zum Wirtschaftsplan 2005 aufgestellt werden. Werkleiter Richard Ehlen wurde von SPD-Sprecher Ewald Hansen gute Arbeit bescheinigt. Einmütig ging es auch bei der Entlastung für die Jahresrechnung 2004 weiter. Walter Pickartz (FWG), Vorsitzender des Rechungsprüfungsausschusses, bescheinigte Bürgermeister und den beiden Beigeordneten gute Arbeit. Das Rechnungsergebnis fällt um 55 900 Euro günstiger aus, als der Haushaltsplan erwarten ließ. Die fehlenden Landeszuweisungen, die auch für das Haushaltsjahr 2005 erwartet werden, führen dazu, dass die VG Obere Kyll die Kredite aufstocken muss. Bereits im ersten Nachtragshaushalt war eine Aufstockung um eine Million vorgesehen. Da aber mit einer noch geringeren Landeszuweisung gerechnet wird, erwartet die VG einen zusätzlichen Finanzbedarf von einer weiteren Million. Kämmerer Albert Leuwer konnte der VG auch keine rosige Zukunft vorhersagen. Im Gegenteil: Die VG könne jetzt jährlich mit einem Zuwachs von einer Million Euro Finanzbedarf rechnen. FWG-Sprecher Lothar Schun: "Man könnte sprachlos und frustriert werden angesichts der Situation. Aber das ist ja fremdgesteuert." Sprachlos und frustriert - das passt auch zum Versuch der VG, den Flächennutzungsplan für die Ortslage Gönnersdorf zu ändern. Dort wollte Hubert Vietoris, Chef des Reifen-Unternehmens Meyer Lissendorf, seinen Betrieb erweitern, doch das wurde vom Mainzer Innenministerium nicht genehmigt. Im Rat galt es nun, die siebte Änderung des Flächennutzungsplans zu beschließen. Die von öffentlichen Trägern vorgebrachten Stellungnahmen ergaben jedoch keine notwendige Änderung der Planung.