Tritte an den Kopf

Nach einem tätlichen Angriff bei der Maifeier in Ließem und zahlreichen kleineren Zwischenfällen war die Polizei-Inspektion Bitburg in der so genannten Hexennacht zum 1. Mai im Einsatz.

Bitburg. (cus) Trotz Ermahnungen im Vorfeld haben vor allem Jugendliche in der Hexennacht wieder über die Stränge geschlagen. Statt harmloser Streiche gab es zum Teil handfesten Ärger.So griffen gegen 0.30 Uhr auf dem Festplatz in Ließem drei Täter einen 21-jährigen Mann an. Sie schlugen ihn nieder und traten ihn, als er am Boden lag, noch mehrmals gegen den Kopf. Bei der späteren Überprüfung durch die Polizei gaben die Täter an, ein Teilnehmer der Maifeier habe sie beleidigt. Die Ermittlungen dauern an.In Bitburg ging es vor allem nach Mitternacht hoch her. Kurz vor 5 Uhr sägten Unbekannte den auf dem Postplatz aufgestellten Maibaum ab. Einziger Trost: Beim Sturz auf den Platz entstand kein weiterer Schaden.Barrikade blockiert Straße in Ehlenz

Im "Neuen Messenweg" warfen Jugendliche Knallkörper über den Zaun eines Grundstücks, in der Wilhelm-Kreuzer-Straße in Bitburg schleuderten Unbekannte eine Schnapsflasche gegen eine Haustür. In der Hauptstraße/Poststraße und im Stadtteil Masholder gelang es Passanten, Feuer in Müllbehältern und einer Papiertonne zu löschen.In Irrel warf eine Gruppe von Tätern Baustellen- und Umleitungsschilder um. Noch weiter gingen Jugendliche in Ehlenz. Sie bauten in der Oberweilerer Straße eine Barrikade auf. Von einer Baustelle schafften sie Schilder herbei, um die Barrikade als offizielle Straßensperrung zu kennzeichnen. Ehlenzer Bürger brauchten Stunden, um alles wieder abzuräumen.Fahrräder und Nummernschilder weg

In Ferschweiler montierten Unbekannte die Kennzeichen eines Autos ab. Die Schilder wurden in der Nähe des Grundstücks wieder gefunden. In Gondorf verschwanden zwei Fahrräder, nur eines davon tauchte später in der Nähe wieder auf. In Wolsfeld beschwerte sich ein Anlieger, weil ein Fußgänger auf dem Nachhauseweg uriniert hatte.An einem Wagen, der in der Eberhardtstraße in Irrel abgestellt war, wurde der Außenspiegel abgebrochen. Ein Hausbesitzer in Fließem vermisste zeitweise zwei Außenleuchten, die später wiedergefunden wurden.In vielen Dörfern blieb es ruhig, die Polizei war verstärkt auf Streife. "Mit dem eigentlichen Brauchtum Hexennacht haben Sachbeschädigungen oder andere Straftaten nichts zu tun", stellt Polizeihauptkommissar Klaus Schnarrbach fest. Die "Täter" würden immer jünger. Auch um Mitternacht oder danach seien noch Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren in den Dörfern und Städten auf den Straßen unterwegs gewesen.