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Trockenheit macht Bauern Sorgen

Trockenheit macht Bauern Sorgen

BITBURG/PRÜM. Wenn es nicht bald regnet, wird das Wintergetreide unbrauchbar. Rund 20 Prozent sind schon jetzt betroffen, schätzt Bauernchef Michael Horper.

Erst Hoch "Helga", nun Hoch "Marion": Wochen lang Sonne pur, auch dazwischen kaum ein Tropfen Regen, dazu kalte klare Nächte und erste wohlig warme Tage. Was bei vielen Menschen Frühlingsgefühle weckt und der Eifel die ersten Wochenendurlauber mit offenen Cabrios bringt, verursacht den Landwirten eher Sorgenfalten. Michael Horper, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Bitburg-Prüm, bedauert: "Vor allem durch den harten Winter und die extremen Nachtfröste ist die jetzige Trockenheit für viele Betriebe ein Problem. Wir brauchen dringend Regen." Doch der ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht: "Wenn das noch acht bis zehn Tage so weiter geht, dann ist rund die Hälfte des Wintergetreides nicht brauchbar." Derzeit seien es im Kreis schon mindestens 20 Prozent Winterweizen und Roggen, die untergepflügt und mit Sommergetreide wie Hafer und Gerste neu eingesät werden mussten. Auf derart präzise Schätzungen will sich Leo Blum, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, nicht einlassen, aber auch er bestätigt, dass überall Schäden zu befürchten sind. Das wirkliche Ausmaß stelle sich noch heraus, doch zum Beispiel die Vegetation des Grases sei weit zurück. Dank der Trockenheit auf den Feldern sei jedoch die Frühjahrsaussaat mit den Maschinen leichter zu bewerkstelligen. Das dürfte viele Landwirte wenig trösten, denn "der ganze Rhythmus der Betriebe einschließlich der Logistik gerät durch die erforderlichen Neusaaten durcheinander", schildert Michael Horper. Nicht nur, dass hier ein erheblicher zusätzlicher Kostenfaktor entsteht, auch mit der üblichen Fruchtfolge von Winter-, Sommer- und Hackfrüchten gibt es in Jahren mit einem derart trockenen Frühling Probleme: "Das wirkt sich in der Konsequenz auf alle Jahreszeiten aus." Bis zum Wochenende stehen laut Wetterdienst keine Niederschläge auf dem Programm von Petrus, dann allenfalls regional beschränkte Schauer. Danach könnte es ergiebiger regnen, doch gleichzeitig sollen die derzeit fast sommerlich milden Temperaturen merklich zurückgehen und kühlem Aprilwetter Platz machen. So ist fraglich, ob der Wunsch der Landwirte in Erfüllung geht: "Wenn bei dieser Wärme Feuchtigkeit hinzu käme, würde die Vegetation explodieren", so Horper. Die zarten Pflanzen nämlich liegen im Boden "auf der Lauer". Nach alten Bauernregeln gibt es Hoffnung: "Maria Verkündigung hell und klar, deutet auf ein gutes Jahr." Der Stichtag ist also der 25. März.