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Trockenheit und Starkregen sind Ursachen für Hangrutschungen

Trockenheit und Starkregen sind Ursache : Ein Hang zum Wegrutschen in Neuerburg

Rutschung bei Neuerburg: Baubeginn und somit die Sperrung der Kreistraße 50 verschieben sich um eine Woche.

Ursprünglich sollte die Kreisstraße 50 zwischen Neuerburg und Kreutzdorf ab dieser Woche gesperrt werden. Der Grund: Die Beseitigung eines Hangrutsches, der am Ortsausgang der Stadt entstanden war.

Der Baubeginn wurde nun allerdings auf den 29. September verschoben, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein auf TV-Anfrage mitteilt. Der Start sei nämlich abhängig von der derzeit laufenden Beseitigung der Rutschung an der Landesstraße  4 zwischen Peffingen und Enzen (der TV berichtete).

Demnach beginnen die Arbeiten bei Neuerburg erst am Dienstag,  29. September, mit der Einrichtung der Baustelle. Die Fahrbahndecke werde planmäßig nicht abgetragen oder erneuert. Die Sicherung im Verfahren solle neben der Fahrbahn nur in den abgerutschten Bereichen stattfinden. Doch warum kommt es in jüngster Zeit überhaupt immer wieder zu solchen Rutschungen? Der TV hat bei Frank Dienhart von der Fachgruppe Konstruktiver Ingenieurbau des LBM nachgefragt.

Herr Dienhart, was sind die Ursachen für Rutschungen?

Frank Dienhart: Die Gründe sind  vielfältig. Starke Niederschläge oder aber auch lang anhaltende Trockenperioden können durch die Veränderung der Bodenmechanik (Zusammenwirkung von Adhäsion und Kohäsion) zu solchen Ereignissen führen. Im Bereich des LBM Gerolstein kommt es in den vergangenen Jahren vermehrt zu solchen Rutsch-Ereignissen. Im vorliegenden Fall war die Bestandsböschung sehr steil. Die Böschung befand sich vor der Rutschung vermutlich im Grenzzustand der Standsicherheit.

1609TV-Umleitung-Neuerburg-2sp Foto: TV/Hartmann, Simon

Kann es also jederzeit wieder zu einem solchen Schaden kommen?

Dienhart: Zu solchen Rutsch-Ereignissen kann es durch steile Straßenböschungen bedingt durch die topographische Lage vieler Straßen in Verbindung mit oben angesprochenen  extremen Wetterereignissen immer kommen.

Wie kann der Hang befestigt werden? Welche Bauarbeiten stehen an?

Dienhart: Der Boden aus den abgesackten Bereichen wird aufgenommen und im Hydro-Zementationsverfahren (der TV berichtete bereits mehrfach darüber)  wieder eingebaut.  Dies ist ein kostengünstiges und Ressourcenschonendes Verfahren, da nahezu keine zusätzlichen Baustoffe benötigt werden (zusätzliche Baustoffe: Zement und Wasser). Die Fahrbahn der Kreisstraße 50 wird planmäßig nicht aufgenommen.

(ma)