"Tüv" für Rad und Fahrer

"Tüv" für Rad und Fahrer

PRÜM. (sik) Bei der ersten Fahrrad-Übung der Grundschule Prüm im echten Straßenverkehr wurden nicht nur bei den Fahrrädern Sicherheitsmängel deutlich.

Nachdem die Polizei Prüm eine Radausbildung im so genannten Realverkehr schon erfolgreich in den Grundschulen in Bleialf, Daleiden und Wallersheim vorgenommen hatte, war nun die Bertrada Grundschule in Prüm an der Reihe.Insgesamt nahmen rund 43 Kinder teil. Eine solche Übung ist allerdings mit großem Aufwand verbunden: Alle Kinder müssen ihre Fahrräder und Helme mitbringen, damit diese überprüft werden können. Und es müssen sich Eltern finden, die als Streckenposten genau auf die Fehler der Kinder achten.

Doch dass die Sicherheit im Straßenverkehr den Aufwand wert ist, verstehen sogar schon die Kleinsten: "Es ist viel schwerer, im echten Verkehr zu fahren als in der Markthalle, wo wir sonst geübt haben. Ich fühle mich auf der Straße jetzt aber sicherer", meint Dennis Belsch, der in die vierte Klasse geht.

Das wichtigste Ziel der Übung ist, dass die Kinder ihr Wissen im richtigen Straßenverkehr anwenden können. Die Gesamtstrecke, die die Schüler in Dreier- oder Vierergruppen, mit einer Aufsichtsperson, zurück legen mussten, beträgt zweieinhalb Kilometer. Der Weg umfasste Linksabbiegen oder Umfahren eines Hindernisses, die die Kinder vorher "auf dem Trockenen" machen mussten.

"Den Kindern fällt es sichtlich schwer, die erlernten Elemente hier im Verkehr anzuwenden, und außerdem fahren die Autos heute so langsam wie sonst nie", sagt Verkehrsobfrau Mathilde Kaschek. "Ich finde es traurig, dass die Eltern so unterschiedlich Engagement zeigen. Wir mussten heute sogar zwei Fahrräder aus dem Verkehr ziehen, weil sie einfach zu unsicher waren", berichtet sie. Die Kinder erhalten eine Nummer, damit die Streckenposten zu jedem von ihnen auf ihrere Liste eine Anmerkung schreiben können. "Man muss schon sehr genau aufpassen , um alles zu sehen, aber wir sind froh, dass die Kinder so vorsichtig fahren", sagt Streckenposten Johanna Ballmann.

"Ich finde es sehr wichtig, dass die Polizei solche Übungen macht, denn man kann deutlich sehen, dass die Kinder unsicher sind und eigentlich keine Ahnung haben, wie es auf der Straße ist", meint Edelgard Jänen, die an der Strecke wacht. Nach der Übung treffen sich Polizei, Lehrer und Eltern zu einem Resümee: "Für uns ist es sehr wichtig, dass wir eine Resonanz auf die Aktion bekommen, um für die nächsten Male weiter optimieren zu können", sagt der Verkehrserzieher der Polizei Richard Zeimetz. "Eigentlich müssten wir die Übungen jedoch mehrmals wiederholen, aber dazu fehlt die Zeit, und es ist fast unmöglich, die Eltern zu einem weiteren Termin zu bekommen", bedauert Zeimetz.

Mehr von Volksfreund