Turnhalle wird fast eine halbe Million Euro teurer

Bauarbeiten an Prümer Realschule : Turnhalle wird fast eine halbe Million Euro teurer

Der Kreisausschuss hat 2018 beschlossen, die Sporthalle der Prümer Realschule plus zu sanieren. Ein Jahr später haben sich die Kosten des Projekts nun deutlich erhöht.

Neun von zehn öffentlichen Gebäuden werden teurer als geplant. Das haben Forscher der Universität Oxford vor einigen Jahren herausgefunden. Um Beispiele für solche Kostenexplosionen zu finden, muss man nicht den Stuttgarter Hauptbahnhof, die Hamburger Elbphilharmonie oder den Berliner Hauptstadtflughafen anführen. Es gibt auch zahlreiche Projekte aus der Region, die aus unterschiedlichen Gründen aus dem geplanten Kostenrahmen fallen. Jüngstes Beispiel: Die Sporthalle der Kaiser-Lothar Realschule.

Im April 2018 hat der Kreisausschuss beschlossen, die in die Jahre gekommene Turnhalle zu sanieren. Die Kosten für die energetische und brandschutzrechtliche Generalüberholung beliefen sich damals auf rund 957 000 Euro. Nun hat der Kreistag ein aktualisiertes Bauprogramm für die Sporthalle abgesegnet. Die neueste Kostenschätzung beläuft sich aber auf fast eine Million und 400 000 Euro, also rund 426 000 Euro mehr als veranschlagt. Nachfragen nach dem Grund für die Verteuerung kamen bei der Sitzung nicht auf. Also hat der TV mal bei der federführenden Kreisverwaltung nachgehört.

Dort heißt es von einem Sprecher wenig konkret: „Die aktuell kalkulierten Kosten beruhen auf den seitens des Planungsbüros berechneten Baukosten, Stand 27.06.2019. Hierbei wurden aktuelle Baupreise als Grundlage herangezogen.“

Aus der Vorlage des Kreistages ist aber doch mehr zu erfahren. Dort sind die einzelnen Posten der Kalkulation separat aufgelistet. Auf den ersten Blick fällt hierbei auf, dass die Kosten für die „energetische Sanierung der Außenhülle“ gegenüber 2018 bei 562 000 Euro weitestgehend gleichblieben. Aber auch, dass sich der Preis für die „Brandschutzmaßnamen“ von 395 772 Euro auf 820 218 Euro mehr als verdoppelt hat.

Wie es dazu kam, ist ebenfalls der Vorlage zu entnehmen. So plant die Verwaltung nun nicht mehr, den Pausengang zu sanieren, sondern ihn stattdessen abzureißen und ein neues Vordach zu errichten. Der Grund: der Zustand des Gangs ist schlechter als gedacht. So weit so klar. Zusatzkosten: 52 000 Euro.

Zudem schlägt die Erneuerung der Außenentwässerung mit weiteren 89 000 Euro zu Buche. Kosten von insgesamt 100 000 Euro entfallen auf die Einrichtung eines Sonnenschutzes und einer Fensterautomation, auf die Reparatur des Gehwegs und der Lüftungsanlage.

Die Verwaltung musste aber auch die Entwicklung der Baupreise einkalkulieren. Und die sind gegenüber der letzten Schätzung offenbar um sechs Prozentpunkte gestiegen. Ebenso kletterten die Baunebenkosten von 20 auf 25 Prozent.

408 740 Euro Fördergeld gibt es aus dem Kommunalen Investitionsprogramm von Bund und Land. Den Rest, also 796 414 Euro, zahlt der Kreis. Doch auch das bleiben vorläufig nur Schätzungen. Wie hoch die Kosten letztlich genau sein werden, ist laut einem Sprecher der Kreisverwaltung noch unklar: „Die tatsächlichen Angebotspreise bleiben abzuwarten.“

Vergeben will die Kreisverwaltung die Bauarbeiten bis Ende November. Wenn alles nach Plan läuft, könnte eine beauftragte Firma dieses Jahr loslegen. Mit einem Abschluss der Baumaßnahmen wird im September 2020 gerechnet.

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