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TV-Forum „Starkregen und Katastrophenvorsorge“

Wetter : Wenn der Regen nicht aufhört - TV-Forum zu Starkregen

TV-Forum „Starkregen und Katastrophenvorsorge“ am Mittwochabend um 19.30 Uhr im Haus Kayl in Oberkail. Experten werden das Thema besprechen und Fragen beantworten.

Gewitter, Starkregen, Überflutungen: In diesem Jahr hat eine Serie von Unwettern die Region heimgesucht. Das Muster war immer ähnlich: Urplötzlich setzt ein enorm intensiver, kurzer Regen ein, der lokal begrenzt ist. Innerhalb weniger Minuten steigt der Wasserspiegel auf Feldern und Straßen auf 20, 30 Zentimeter – weil die vorhandenen Abflüsse die enorm hohe Menge gar nicht schnell genug ableiten können.

In der Eifel gab es Anfang Juni gleich zwei Unwetter, die   Schäden in Millionenhöhe verursachten: Dörfer wurden abgeschnitten, Straßen überschwemmt, Eisenbahnlinien mit Schlamm blockiert. Anfang August war die Mosel betroffen – in Lieser und weiteren Orten wurden Keller überflutet. Im Landkreis Trier-Saarburg gab es ebenfalls im Spätsommer Überschwemmungen an der Saar. Und zuletzt ereilte auch Trier eine Katastrophe, als Anfang September am Nachmittag heftiger Regen einsetzte, Straßen überflutete und im Trierer Maar-Viertel viele Keller mit Abwasser vollliefen. Den größten Schaden richteten Unwetter in diesem Jahr aber in der Eifel an.

Deshalb bietet der Trierische Volksfreund am Mittwochabend (19.30 Uhr) im Haus Kayl (Kyllburger Straße 7) in Oberkail ein TV-Forum zum Thema an, an dem mehrere Experten teilnehmen, darunter auch der Landrat  des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Joachim Streit.

Im TV-Kurzinterview blickt er auf die Situation im Juni 2018 zurück und beantwortet erste Fragen zum Thema:

  Haben Sie so einen Starkregen wie im Jahr 2018 schon einmal erlebt?

Joachim Streit: „Nein, ein solches Ereignis habe ich bisher nicht erlebt.“

  Wie viele Helfer waren beim stärksten Ereignis im Einsatz?

Streit: Es waren mehr als 1000 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen unterwegs. Die genaue Zahl ist nicht festzustellen, da wir Einheiten und Züge  in den Einsatz gebracht haben und deren aktuelle Stärken variierten. Viele Einheiten wurden nach und nach verstärkt durch nachrückende Kräfte, teils mit Privatfahrzeugen. Mehr als 800 Einsatzkräfte wurden durch die Schnell­einsatzgruppe Verpflegung versorgt. Viele Einheiten haben sich zusätzlich selbst versorgt oder wurden von Anwohnern verpflegt.

 Was hat dieser Einsatz für die Mannschaften bedeutet? Wie war die Stimmung?

Streit: Die Einsatzkräfte waren hoch motiviert. Dazu beitragen hat, dass die politisch Verantwortlichen vor Ort waren und nicht nur die Verantwortung übernommen haben, sondern aktiv in der Einsatzleitung mitgearbeitet haben. Positiv für die Einsatzkräfte war weiterhin die breite Unterstützung durch die Bevölkerung und ortsansässige Firmen.

Es gab viele Spontanhelfer und kaum Gaffer. Belastend für die Einsatzkräfte war, dass sie teilweise weiter von zu Hause eingesetzt waren und nicht wussten, ob ihr Heim und ihre Lieben selbst betroffen waren,  beziehungsweise ob diesen geholfen wurde.

Was waren die schlimmsten Beschädigungen und Verwüstungen, die Sie  vor Ort in den Dörfern gesehen haben?

Streit: Es waren nicht einzelne starke Beschädigungen und Verwüstungen, sondern die Vielzahl, welche betroffen machte. Die Hilflosigkeit der Betroffenen, welche teilweise kurz hintereinander zwei Mal vom Unwetter heimgesucht wurden. Und auch der Kontakt mit den Menschen, die nicht nur Möbel und Gegenstände des täglichen Gebrauchs, sondern Dinge mit ideellem Wert verloren hatten.