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Tv-Gespräch mit Wilfried Kootz aus Bickendorf

Auf ein Wort : Über Dorfgemeinschaft, Inklusion und mehr – TV-Gespräch mit Wilfried Kootz aus Bickendorf

Der Bickendorfer Wilfried Kootz über sein engagiertes Dorf, die Lichtaktion und seinen Einsatz für die Special Olympics.

Der Bickendorfer Wilfried Kootz spricht über sein engagiertes Dorf, die Lichtaktion und seinen Einsatz für die Special Olympics.

Herr Kootz, in Bickendorf gab es kürzlich die Aktion „Bickendorf 100 Jahre unter Strom“. Wie war die Resonanz?

Wilfried Kootz:  Dank des Engagement unseres Ortsbürgermeister Dietmar Tures war es eine noch nie dagewesene Aktion in unserer Verbandsgemeinde, ja gar im Eifelkreis.  Viele Helfer, der gesamte Rat, die AG Heimatkunde aber vor allem sehr viele Bürgerinnen und Bürger haben trotz Pandemie zum Erfolg beigetragen. Die illuminierten historischen Gebäude, die über 70 geschmückten Weihnachtsbäume an den Straßenlampen und auch die Weihnachtsbeleuchtung sorgten  sechs Tage lang für einen besonderen Lichterglanz und lockten sehr viele Besucher in unseren Ort.  Ohne Pandemie wäre es natürlich noch schöner gewesen.

Wie kommt es, dass in einem recht kleinen Ort wie Bickendorf so viel auf die Beine gestellt wird?  

Kootz: Unserem Ortsbürgermeister Dietmar Tures und auch seinem Vorgänger Arnold Berg liegt ein aktives und attraktives Dorf sehr am Herzen. Die Zusammenarbeit unserer Vereine ist sehr gut. Und es entstanden im vergangenen Jahr sogar gleich zwei neue Vereine. Zum einen der Kirchbauverein und der Förderverein „Bickendorf hilft“, der am 7. August, so hoffe ich, das  verschobene Nimsrock-Festival als Benefizveranstaltung ausrichtet. Auch in den letzten zehn,  sehr schweren Monaten konnten dank neuen Ideen und engagierten Menschen im Dorf vieles umgesetzt werden.

So renoviert zum Beispiel die Feuerwehr in Eigenleistung mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und der Verbandsgemeinde den Schulungs- und Gemeinderaum, derzeit zwar erschwert durch Corona, aber das wird nach Fertigstellung ein wahres „Schmuckkästchen“. 

Der geplante Neujahrsempfang der Gemeinde konnte ebenso wie der Raderlebnistag oder auch andere Feste nicht stattfinden und dann kam unserem Ortsbürgermeister die Idee, gemeinsam mit allen Vereinen und Organisationen eine Neujahrszeitung zu machen. Alle Vereine sind im Boot, demonstrieren Geschlossenheit. Die 16-seitige Zeitung wurde kostenlos an alle Haushalte verteilt. 

 Sie sind auch bei den Special Olympics, der Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung aktiv. Wie gestaltet sich diese  Arbeit in der Pandemie?

Kootz: Die Corona-Pandemie hat unseren Landesverband mehr denn je vor besondere Herausforderungen gestellt. Das gilt auch für unsere Eifelregion.  Menschen mit geistiger Behinderung tragen ein 40 Prozent erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen und sind von den mit der Pandemie einhergehenden Einschränkungen in der Regel deutlich stärker betroffen. Eine bundesweite Arbeitsgruppe unter der Leitung unseres Präsidenten Prof. Dr. Burkhard Schappert  wurde in Leben gerufen, um Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

So fanden zwar auch Präsenz-Veranstaltungen statt, aber überwiegend waren es virtuelle Treffen, um in Kontakt zu bleiben und um Angebote in den Bereichen Sport, Gesundheit und Bewegung den Menschen mit geistiger Behinderung zu bieten. So auch mit unserem inklusiven Medien-Team, wo ich gemeinsam mit der Lebenshilfe Trier derzeit mit in den Vorbereitungen für die Weltspiele 2023 in Berlin beschäftigt bin.

Konsequenz der Corona-Pandemie war leider auch die  für Mai 2021 geplanten Landesspiele in Koblenz erneut zu verschieben. Wir hoffen, dass wir im Herbst diesen Jahres das inklusive Fest der Begegnung mit 15 Sportangeboten und einem tollen Rahmenprogramm  mit über 3000 Teilnehmenden realisieren können. Notfalls halten wir auch an einem Termin für 2022 fest.

Besonders stolz sind wir von Special Olympics, dass die Mitgliederversammlung des Landessportbundes bei ihrer digitalen Mitgliederversammlung Mitte Dezember eine Resolution Inklusion im und durch den Sport einstimmig verabschiedet hat. Derzeit läuft auch im Vorfeld der Weltspiele 2023 in Berlin das Programm 170 Nationen-170 inklusive Kommunen. Hier hoffe ich, dass auch die ein oder andere Kommune des Eifelkreises mit im Boot ist und sich für Inklusion begeistern lässt.