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TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“: Angelika Koch

TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“ : Auf dem Kraterrand

Heute in  der TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“: Der Windsborn im Mosenberg.

(ako) Die Eifel ist bekanntlich voller Vulkane – und voller Wasser. Und so liegt die Vermutung nahe, dass die Maare die Nachfahren der Löcher sind, die bei klassischen Feuerbergen wie dem Ätna so wunderschön rot auf dem Gipfel glühen.

Doch weit gefehlt. Es gibt von dieser Sorte echter, mit Regenwasser gefüllter Kraterseen in der Eifel nur einen einzigen nördlich der Alpen: den Windsborn. Er versteckt sich in einem Vulkanmassiv, dem Mosenberg, der aus der Nähe betrachtet ein typischer bewaldeter Eifelhügel ist. Von Weitem sieht man, dass er mehr Charakter hat.

Sein vor 80 000 Jahren garantiert fulminanter Schlackenkegel thront, wenngleich von der Erosion natürlich zurechtgestutzt, wie ein geheimnisvoller dunkler Fremdkörper über der Landschaft. Von einem steilen Ringwall aus Lava geschützt, träumt auf dem Gipfel der Windsborn. Seltene Pflanzen wie weiß blühender Fieberklee, Torfmoose und Sumpfblutauge oder nicht minder seltene Libellen fühlen sich im und am flachen Gewässer wohl. Dass der eigentliche Kraterboden 30 Meter tiefer liegt, ahnt man nicht, wenn man am Ufer steht: Der Windsborn verlandet allmählich und wird dadurch zu einem einzigartigen Biotop. Es liegt verträumt da, schützenswert und zart wie ein Gemälde von Monet. Vor allem im Herbst, wenn sich Nebelschleier über das Wasser legen und an manchen Stellen doch die Sonne hindurchlassen, bekommt der Windsborn einen fast mystischen Zauber, zu dem der würzige Duft des Laubes passt.

In jedem Fall sollte man den kurzen, steilen Anstieg zum Gipfelkreuz erklimmen. So etwas gibt es wirklich auf dem Mosenberg! Zwar bewegt der Wanderer sich noch immer nur auf einer „schlappen“ Mittelgebirgshöhe von rund 500 Metern, aber weit und breit verstellt nichts die Sicht. Etwas unterhalb des Windsborns liegt das Hinkelsmaar im Krater. Es wurde vor 150 Jahren trockengelegt und ist jetzt ein mooriges Rund, in dem man bisweilen Rehe umherspringen sehen kann.

Die Vulkaneiflerin Angelika Koch hat das Buch "Glücksorte in der Eifel" geschrieben. Es ist im Frühjahr erschienen und führt quer durch die Region. Foto: Droste Verlag Foto: Droste Verlag

Der Windsborn-Kratersee in Bettenfeld ist erreichbar vom Parkplatz am Hinkelsmaar/Kratersee oder Angelersatzgewässer, 20 Minuten Fußweg.
Der Text stammt aus dem Buch: „Glücksorte in der Eifel“, von Angelika Koch, Droste Verlag, 14,99 Euro.