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TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“: Karge und reiche Landschaft

TV-Serie Glücksorte in der Eifel : Karge und reiche Landschaft in der Ripsdorfer Heide

Heute in der TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“: Die Ripsdorfer Heide bei Blankenheim.

Der „Finger Gottes“ heißt im Volksmund die Ruine der Burg Dollendorf, die im Blankenheimer Ortsteil Schloßthal im Wald vor sich hin träumt. Reste des Bergfrieds aus dem 9. Jahrhundert ragen wie ein knorriger Daumen in die Höhe. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher. Der fast bis an die Ruine führende Kreuzweg mit Stationen aus rotem Sandstein ermöglicht ungestörte Andacht. Der Wind pfeift über die Höhe, ab und an tuckert irgendwo ein Trecker. Von der barocken Antoniuskapelle aus, die zum Kreuzweg gehört, ahnt man mit Blick über das Lampertstal, wie karg hier das Leben in früheren Jahrhunderten gewesen sein muss.

Zum Glück, möchte man aus heutiger Sicht fast sagen. Denn den Eifelern, die hier lebten, blieb zum Lebensunterhalt auf dem steinigen Boden und mit schneereichen Wintern nur die Haltung von Schafen und Ziegen, um über die Runden zu kommen. Die Viecher sind zu Recht bekannt für ihren Appetit, der vor – fast – nichts haltmacht. Der einst dichte Wald hatte keine Chance und wurde kontinuierlich abgeknabbert.

So entstand an den steilen, mageren Kalkhängen zwischen Burg Dollendorf und dem von einem buchstäblich aussichtsreichen Kalvarienberg gekrönten Alendorf eine toskanisch anmutende Hügellandschaft mit blühender Heide, winzigen Orchideen, Enzianen und kerzengeraden Wacholderbüschen. Seltene Schmetterlinge, Vögel und Reptilien fühlen sich hier wohl. Rund 650 Hektar dieser Heidelandschaft stehen unter Naturschutz und sind besonders im Frühling und im Spätsommer eine duftende, summende, bunte Insel im Grün der Nordeifel.

Immer wieder führen schmale Pfade von den ausgeschilderten Wanderwegen ab ins Nichts der Heide-Einsamkeit, manchmal nur wenige Meter weit. Wer ihnen folgt und sich einen Moment auf den von trockenen Gräsern bedeckten Boden setzt, wird eins werden mit dem Leben ringsum – das ist eine Portion Glück.

Ripsdorfer Heide, Wanderparkplatz Lampertstal in Ripsdorf; ÖPNV: Bf. Blankenheim (Wald), weiter mit Bus 833 Richtung Ripsdorf

 Die Vulkaneiflerin Angelika Koch hat das Buch „Glücksorte in der Eifel“ geschrieben. Es ist im Frühjahr erschienen und führt quer durch die Region. Foto: Droste Verlag
Die Vulkaneiflerin Angelika Koch hat das Buch „Glücksorte in der Eifel“ geschrieben. Es ist im Frühjahr erschienen und führt quer durch die Region. Foto: Droste Verlag Foto: Droste Verlag

Dieser Text stammt aus dem Buch: „Glücksorte in der Eifel“, von Angelika Koch, Droste Verlag, 14,99 Euro.