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Über die Problematik menschlichen Seins

Über die Problematik menschlichen Seins

"Britannia meets Eifel - a Hommage to William Shakespeare" ist die Ausstellungsreihe dieses Kultursommers in Schönecken betitelt. Alle fünf bis sechs Wochen wechseln die vorgestellten Künstler und Werke. Die aktuelle Ausstellung ist noch bis zum 12. Juli zu sehen.

Schönecken. (me) 28 internationale Künstler, davon sechs britische und 22 kontinentale - sie alle haben durch ihre Ausbildung oder Reisen einen besonderen Bezug zu Großbritannien -, stellen an drei Orten in Schönecken ihre Werke aus. Ihr Hauptthema neben dem Land selbst: Die Problematik menschlichen Seins, die Shakespearesche Frage "To be or not to be?".

In der aktuellen Ausstellung beschäftigt sich damit vor allem Ulrike Stolze in der alten Burgkapelle. Studien von schmerzlich deformierten Gesichtern, ein Stuhl mitten im Raum, eingesponnen von weißen Fäden, über dem wie ein drohendes Damokles-Schwert die Schere hängt - die eindringliche Symbolik lässt viel Spielraum für Interpretationen.

Eine ähnlich kritische Haltung dem Menschen gegenüber zeigt sich in den Werken des Belgiers Robert Schaus, die im Alten Amt zu sehen sind.

Seine Landesgenossin Martina Gilet hingegen setzt auf den Einklang des Menschen mit der Natur, den sie in ihren Fotografien ausdrückt.

Im Flur des gleichen Gebäudes stellt die gebürtige Inderin Suren Aurora aus. Sie hat sechs Jahre in England verbracht, lebt aber seit den 60er Jahren in Deutschland und widmet sich der Malerei, hauptsächlich mit Öl und Acryl.

In der Blauen Galerie befinden sich Werke des Grafikers Markus Guthörl. Er hat Textzeilen aus Shakespeares Sonetten mit Symbolen und Farben zu vielgestaltigen Collagen zusammengestellt.

Auch Heather Carrol stellt in der Blauen Galerie aus: Die gebürtige Engländerin mit Inuit-Wurzeln hat in Toronto Kunst studiert und bildet nun in Stein die Synthese ihrer Träume und Ideen mit dem, was die Natur ihr gibt. Durch diese träumerischen Einflüsse entstehen Werke in einer für uns neuen Art und Intensität, die den Bogen zur Problematik menschlichen Seins schließen - denn dessen Wahrnehmung ist von Kultur zu Kultur verschieden.