Über ein Bürgerbüro in Bitburg wird schon lange diskutiert

Mehr Service, weniger Bürokratie : Neuer Anstoß für eine alte Idee: Das Bürgerbüro für Bitburg

Entstanden ist die Idee vor 15 Jahren. Daraus geworden ist nichts. Nun nimmt die SPD-Stadtratsfraktion einen neuen Anlauf und schlägt ein abgespecktes Programm für ein Bürgerbüro vor.

(de) Mehr Service, weniger Bürokratie. Mehr Zusammenarbeit, geringere Kosten. Das stand im Wesentlichen hinter der Idee eines Bürgerbüros. Schließlich gibt es in der Kreisstadt mit Stadt, Verbandsgemeinde und Kreis gleich drei Verwaltungen, deren Aufgaben und Dienstleistungen für die Bürger sich in Teilen überschneiden.

Würden die drei Verwaltungen mehr zusammenarbeiten, ließen sich langfristig nicht nur Kosten sparen, sondern für die Bürger auch die Wege verkürzen.

Ob Eheschließung oder Umzug, Passverlängerung oder die Zulassung für ein neues Auto: Was immer ein Bürger in einer Verwaltung in Bitburg zu erledigen hat, sollte er im Bürgerbüro machen können. Dienste vom Einwohnermeldeamt bis zur KFZ-Zulassungsstelle sollten unter einem Dach zusammengefasst werden. Passiert ist nichts.

Zum einen fand sich eben kein geeignetes Dach. Zum anderen wurde nie so richtig konkret, wie die Verwaltungen genau kooperieren sollen. Nachdem Verbandsbürgermeister Josef Junk die Idee 2014 noch mal forciert hat, ist die Sache in den vergangenen Jahren längst wieder eingeschlafen. Nun nimmt die SPD-Stadtratsfraktion einen neuen Anlauf.

Anlass ist der defekte Aufzug im Rathaus, der für SPD-Fraktionsvorsitzende Irene Weber ein Nachteil für alle Bürger ist, die Probleme mit den Treppen in dem viergeschossigen Gebäude haben: „Im geringsten Fall können diese Menschen sich dann nicht den ihnen bekannten Sachbearbeitern anvertrauen.“ Was bei Grundsicherungs- oder Rentenfragen auch unangenehm sein könnte.

Für die SPD ist der defekte Aufzug Anlass, noch mal über die Umsetzung des Konzepts des Bürgerbüros nachzudenken. Zwar scheint sich die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Verwaltungen zerschlagen zu haben. Das Bitburger Land plant ja, sein Standesamt nach Kyllburg zu verlegen (der TV berichtete). Aber auch ohne die große Variante in Kooperation mit Kreis und VG zu verfolgen, hat die Idee eines Bürgerbüros für die SPD Charme.

„Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen ihnen zustehende Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten nicht in Anspruch, weil ein Großteil dieser Menschen zu wenig von den Möglichkeiten weiß beziehungsweise überfordert ist mit den Formalien und der Bürokratie einer Beantragung“, sagt Weber. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt die SPD vor, eine Anlaufstelle in der Verwaltung zu schaffen.

Weber sagt: „Wir wollen Bürgern helfen, Klarheit im Dschungel von Vorschriften, Förderungen, Beantragungen zu erhalten. Wir benötigen dafür eine zentrale Anlaufstelle in der Verwaltung. Ein Bürger-Servicebüro soll dazu eine dienstleistungsorientierte Beratungs- und Lotsenfunktion erfüllen.“

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