Über neue Brücken sollst du gehen

Bald sind sich Deutschland und Luxemburg wieder ein Stückchen näher: Die maroden und zum Teil gesperrten Wanderbrücken über Our und Sauer sollen erneuert werden. Zudem ist ein 190 Kilometer langes, grenzüberschreitendes Wanderwegenetz in Planung.

 So wie Etienne Decoster wunderten sich Einheimische und Touristen schon vor mehr als einem Jahr, dass die Wanderbrücke Dornauelsmühle dauerhaft gesperrt ist. TV-Foto: Archiv/Marcus Hormes

So wie Etienne Decoster wunderten sich Einheimische und Touristen schon vor mehr als einem Jahr, dass die Wanderbrücke Dornauelsmühle dauerhaft gesperrt ist. TV-Foto: Archiv/Marcus Hormes

Irrel/Preischeid. Brücken sind Symbole. Umso mehr, wenn sie über einen Grenzfluss führen. So tragen die Wanderbrücken im deutsch-luxemburgischen Naturpark die Idee einer vereinten Region im Herzen Europas. Nur Wanderer tragen einige von ihnen nicht mehr. Denn sie mussten gesperrt werden. Marode, lautet das Urteil, und viel zu gefährlich, um Urlauber darüber zu schicken.

Das Problem ist schon lange bekannt. Ein TV-Bericht über die Folgen für den Tourismus brachte Bewegung in die Sache. Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) sah sich in November 2007 die Dornauelsmühle über die Our bei Prei scheid an und sprach mit Betroffenen. Ein Finanzierungskonzept sollte erstellt werden.

Drei Brücken über die Our werden neu gebaut



Auch Hans-Michael Bröhl (CDU), Bürgermeister der VG Irrel, schaltete sich ein. Bei einem guten Humpen luxemburgischen Weins habe er Hering und den zuständigen luxemburgischen Minister während der Internationalen Tourismusbörse auf das Problem angesprochen, sagt Bröhl.

Wie es scheint mit Erfolg: Drei Brücken sollen komplett neu gebaut werden, nämlich die Our-Wanderbrücken bei Gentingen, Dahnen und Dornauelsmühle. Drei weitere Brücken, die über die Sauer führen, sollen überprüft und, wenn nötig, saniert werden: die Konrad-Schubach-Brücke bei Minden, die Fölkenbachbrücke bei Echternacherbrück sowie sie Alfred-Töpfer-Brücke bei Bollendorf-Weilerbach.

Und das Schöne daran ist: Weil die EU, das Land und der Staat Luxemburg den größten Teil der Kosten übernehmen, brauchen die Verbandsgemeinden Arzfeld, Irrel und Neuerburg zusammen nur noch 36 770 der insgesamt 735 000 Euro zu zahlen, um das viel beklagte Problem aus der Welt zu räumen.

Mit dem vielen Geld sollen allerdings nicht nur Brücken saniert werden. Denn auch ein neues grenzüberschreitendes Wanderwegekonzept ist in Planung. Es ist vorgesehen, 190 Kilometer Wanderwege neu anzulegen oder auszubauen, um "einen grenzübergreifenden wandertouristischen Mehrwert in der Region zu sichern". Wo die Wege langführen werden, steht noch nicht fest.

Die Verbandsgemeinde Irrel hat all das bereits für gut befunden und in ihrer jüngsten Rats-Sitzung zugestimmt, die ihr zugewiesenen Kosten in Höhe von 4500 Euro zu übernehmen und sich an jedem neuen Wanderweg-Kilometer mit 150 Euro zu beteiligen. Mit diesem Entschluss rückt die Zeit ein Stückchen näher, da die Brücken über Sauer und Our nicht nur Ideen tragen, sondern auch Menschen, die diesen Ideen Leben einhauchen.

Meinung

Die Idee ist doppelt gut

Die Idee, in Wanderwege zu investieren, ist mindestens ebenso gut wie jene, Grenzen zu überschreiten. Logischerweise ist die Idee eines grenzüberschreitenden Wanderwegenetzes doppelt gut. Wandern ist ein Freizeitvergnügen, dem sich immer mehr Menschen mit Leidenschaft hingeben. Für das auch immer mehr Menschen bereit sind, in schöne Regionen dieser Welt zu reisen und dort Geld auszugeben. Und der deutsch-luxemburgische Naturpark zählt definitiv dazu. Die landschaftlichen und kulturellen Wanderziele aber warten auf beiden Seiten der Grenzflüsschen darauf, entdeckt zu werden. Dumm nur, dass es wegen der kaputten Wanderbrücken in den vergangenen Monaten und Jahren schwierig war, von hüben nach drüben zu kommen. Zum Glück wird sich an dieser Situation bald etwas ändern. Kleiner Tipp am Rande: Wer noch nicht in der Grenzregion der verrückten Felsen, träumerischen Täler und geheimnisvollen Geschichtszeugnisse wandern war, sollte das dringend mal tun. Es lohnt sich. k.hammermann@volksfreund.deVG-Rat in Kürze: Urwahl des Bürgermeisters: Der Verbandsgemeinderat Irrel hat beschlossen, dass die Urwahl des Bürgermeisters am 7. Juni 2009 stattfinden soll. Hans-Michael Bröhl tritt nicht mehr an. "Erstens ist es Zeit aufzuhören, und zweitens darf ich mich gar nicht noch einmal zur Wahl stellen", sagte der amtierende Bürgermeister augenzwinkernd. Schulentwicklung: Die derzeitigen Pläne sehen vor, in Irrel eine vierzügige Integrierte Gesamtschule aufzubauen, die auch das Abitur anbietet. Sie soll im Schuljahr 2010/2011 ihren Betrieb aufnehmen und explizit auch Kindern der Verbandsgemeinde Trier-Land offen stehen. Informationsveranstaltungen für Eltern, Lehrer und Kommunalpolitiker sind in Planung. (kah)

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