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Überlebenskampf und heitere "Verzällcher"

Überlebenskampf und heitere "Verzällcher"

Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest präsentierte jetzt der "Arbeitskreis Kultur und Geschichte der Gemeinde Dahlem" Heft sechs der Beiträge zur Kultur und Geschichte zwischen Berk, Kyll, Glaadtbach und Urft. Titel: "Erzähl mir was von früher - Teil II".

Schmidtheim. Nach zwei Jahren voller Recherchen beweist der Arbeitskreis von nicht weniger als 15 Frauen und Männern mit der Herausgabe einige Wochen vor dem Weihnachtsfest ein gutes zeitliches Gespür - denn als Gabe unter dem Weihnachtsbaum dürfte es für viele Bürger der Gemeinde sehr willkommen sein. Wieder einmal schaffte es der Arbeitskreis, ein buntes, lebendiges Bild der Vergangenheit in den sechs Orten der Gemeinde vorzustellen und in Erinnerung zu rufen, nicht jedoch ohne die Mithilfe vieler Bürger.

Das Leben vor 50 Jahren wird beleuchtet



In sieben unterschiedlich strukturierten Kapiteln haben die Autoren Geschichte und Geschichten aus der Gemeinde zusammengetragen, die die Lebensverhältnisse vor 50 und mehr Jahren beleuchten. Die Autoren befassen sich etwa mit Gebäuden und der Industrie vergangener Zeiten, so beispielsweise mit dem alten Kirchhof und neuem Gotteshaus in Dahlem und der Obermühle am Glaadtbach. Sie bringen in einem weiteren Kapitel außergewöhnliche Persönlichkeiten wie etwa Pater Wilhelm Gier, einen weit gereisten Geistlichen aus Berk, in Erinnerung.

Der Leser erfährt etwas von der harten und mühseligen Arbeit unserer Vorfahren und ihrem tagtäglichen Kampf ums Überleben, um das sprichwörtliche "tägliche Brot". Ein weiteres Kapitel unter dem Motto "Kindheit in der Eifel" lässt vermutlich viele ältere Leser die Seiten der eigenen Vergangenheit aufschlagen, führt zurück in die Schulzeit, schildert die Kinder- und Jugendtage, die offenbar alles andere als ein Zuckerschlecken waren. Berichte, die beim Leser ein ungläubiges Kopfschütteln auslösen.

"Streifzüge durch die gute alte Zeit" schildern Ferdi Wieser aus Schmidtheim, Niko Stadtfeld aus Baasem und Wolfgang Thannhäuser aus Frauenkron. Ob sie wirklich gut war, diese Zeit? Oder ist sie nur alt, überholt? Die Leser werden es schnell herausfinden.

Dass das Leben vor 50 und mehr Jahren auch heitere Seiten, sogar eine Sonnenseite hatte, belegt eine ganze Reihe von "Verzällcher" und Anekdötchen. Es ist die andere Dimension des täglichen Lebens mit oft ungewollter Alltagskomik. Die skurrilen Situationen und eigenartigen, gar drolligen Begebenheiten bescheren dem Leser ein leichtes Schmunzeln, erhalten durch die Wiedergabe im Dialekt noch mehr Authentizität, mehr Leben. Sie belegen zudem, dass auch die früheren Generationen nicht auf Humor verzichteten. Geschickt unterteilen die Autoren die "Verzällche op Platt" für die, die es noch können und verstehen, sowie für die , die es nicht verstehen. Dennoch kommen diese nicht zu kurz: Ein kleiner Kurs in Mundart klärt auf. EXTRA Das Buch "Erzähl mir was von früher - Teil II" ist in einer Auflage von 600 Stück erschienen. Zum Preis von 8,50 Euro ist es ab sofort erhältlich in Baasem bei Ortsbürgermeister Lothar Ademes, in Berk in der Bäckerei Braun, in Dahlem beim Spar-Markt, Kölner Straße, in Frauenkron bei Ortsbürgermeister Richard Bistritz, in Kronenburg im Burglädchen und in Schmidtheim im Blumen- und Geschenkeparadies Esch sowie in der Pfarrbücherei. (hjm)