Ufo, Meteor oder was? Rätselhafter Lichtball am Himmel über Arzfeld gibt Rätsel auf

Ufo, Meteor oder was? Rätselhafter Lichtball am Himmel über Arzfeld gibt Rätsel auf

"Ich hoffe auf Aliens, etwas intelligentes Leben würde unserem Planeten ganz gut tun", schreibt ein TV-Leser auf der TV-Facebookseite unter ein Foto, das einen merkwürdigen Lichtball am Himmel über Arzfeld zeigt. Das Bild, das der Bankangestellte Timo Tautges am Dienstagabend geschossen hat, lässt viele Eifeler, Hobby-Ufologen und auch Experten rätseln.

Foto: Foto: Privat/Timo Tautges
Am Ufo heißt eine der Straßen im Wirtschaftspark. Erwartet werden keine Außerirdischen, sondern weitere Firmen. TV-Foto: Archiv.

"Nein, das ist kein Scherz und das Foto ist nicht gefälscht", sagt der 28-jährige Bankangestellte Timo Tautges aus Alsdorf am Mittwoch in einem Telefongespräch. Denn der TV hat ihm die Frage gestellt, ob das Foto, das er am Dienstagabend im Internet auf Facebook eingestellt hat, retuschiert oder echt sei. TV-Reporter waren nämlich zunächst von der zuerst genannten Option ausgegangen. "Ich habe das Foto, als ich gegen 17 Uhr bei meiner Arbeitsstelle die Tür raus kam, in Arzfeld aufgenommen", sagt Tautges. Sein Foto, das sich am Dienstagabend 8000 TV-Leser bei Facebook angeschaut haben, zeigt Häuser, Straßen und auch den Himmel über Arzfeld. Doch etwas ist merkwürdig: In der Wolkendecke ist eine weiße Lichtquelle, die einen Schweif hinter sich herzieht, zu sehen. "Das Licht hat sich ungefähr mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugs von rechts nach links bewegt. Der Schweif ist der Lichtquelle gefolgt. Ich habe das mehrere Minuten beobachtet, bis das Phänomen schwächer wurde und plötzlich verschwand", erzählt Tautges.

Sein Bild löste im Internet ein Kommentargewitter aus. "Ich hoffe auf Aliens! Etwas intelligentes Leben würde unserem Planeten ganz gut tun", schreibt ein TV-Leser bei Facebook und provoziert damit gleich einen Kommentar einer anderen TV-Leserin: "Je nachdem, wo die Außerirdischen landen, reisen sie aber gleich wieder entsetzt ab." Im weiteren Verlauf der Unterhaltung auf Facebook bringen sich noch selbsternannte "Ufologen" in die Debatte ein: "Ich bin Ufologe, und ich bin mir sicher, dass es sich nicht um ein Ufo handelt!" Ob er damit wirklich recht hat? "Die haben sich verflogen und die B51-Schilder falsch interpretiert", argumentiert ein anderer TV-Leser. Handelt es sich bei dem seltsamen Objekt am Himmel also um ein Ufo, das sich auf dem Weg zur legendären Area 51 in den USA in die Eifel verflogen hat?

Doch was sagt der Fotograf selbst zu dem, was er da am Himmel über Arzfeld erblickt hat: "Ich war überrascht, weil ich so etwas noch nie gesehen habe. Aber ich glaube nicht an Ufos und so einen Quatsch. Ich denke, dass sich dahinter ein Naturphänomen verbirgt", erklärt Tautges. Vergangenen Sonntag wurde am Himmel über Luxemburg ein ähnliches Lichtphänomen beobachtet (der TV berichtete).

Der Meteorologe: Der TV hat den Deutschen Wetterdienst gefragt, wie das seltsame Licht am Eifelhimmel zu erklären ist? Der Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich antwortet: "Ich bin mir mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher, dass dieses Bild einen Meteor zeigt, der in der Erdatmosphäre verglüht." Gut möglich, meint Friedrich, dass es ein Teil des Sternschnuppen-Stroms der Perseiden gewesen sei, der sich gerade der Erde nähere und von denen eine Vielzahl in der Erdatmosphäre verglühen würden. "Das würde passen, aber ich bin kein Astronom und normalerweise sieht man das nur nachts."
Könnte das also wirklich passen? Der TV hat noch eine weitere Expertenmeinung eingeholt und den Astronomen Prof. Dr. Ulrich Klein von der Universität Bonn zu Rate gezogen.

Der Astronom: Klein hält die "Sternschnuppen-Theorie" für wenig plausibel. "Wenn das ein Meteor, der üblicherweise mit 30 Kilometern in der Sekunde in die Erdatmosphäre eindringt, gewesen wäre, dann hätte das einen so lauten Überschallknall erzeugen müssen, den Tausende Menschen hätten hören müssen." Doch einen Überschallknall hat Tautges nicht gehört, wie er dem TV auf Rückfrage versichert. "Deshalb halte ich einen Meteor für ausgeschlossen", sagt Astronom Klein.

Also war es ein unidentifiziertes Flugobjekt (Ufo), Herr Professor? "Ich kann das nicht ausschließen. Es sieht so aus, als habe sich das Objekt parallel zur Erdoberfläche bewegt. Einen Flugzeugscheinwerfer kann man ausschließen, wenn sich das Objekt, wie der Fotograf versichert, von rechts nach links bewegt hat und der Lichtschweif der Lichtquelle folgt." Im Hinblick auf mögliches außerirdisches Leben und Ufos - was viele Menschen für reinen Schwachsinn halten - sagt der Universitätsprofessor: Es wäre vermessen, zu behaupten, die Erde sei der einzige Planet im Weltall mit seinen 100 Milliarden Galaxien, der lebensfreundliche Bedingungen bereithalte. Klein: "Zum Lichtphänomen in der Eifel sage ich: Es ist ungeklärt."

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