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Uganda-Hilfe aus der Eifel: Das Engagement geht mit Hochdruck weiter

Spendenhilfe : Eifeler helfen weiter in Uganda: Die Hilfe sprudelt wie der Wasserhahn

Die Eifeler Bürger, die sich für eine Gemeinde in Uganda engagieren, haben tüchtig weitergemacht – trotz aller Hindernisse durch die Pandemie. Auch das Projekt von Abiturientin Julia Merkes trug Früchte. Und eine Motorsäge macht sich auch bald auf die Reise.

Weiter geht’s: Vor genau einem Jahr berichteten wir hier im TV über die Gruppe von Eifeler Bürgern aus Prüm und Umgebung, die sich in der Gemeinde Bukalammuli in Uganda engagiert und, unter anderem, einen Brunnen finanzierte.

„Ein voller Erfolg“, sagt einer der Beteiligten, der Prümer Tierarzt Heinrich Dahmen. „Es erreichen uns immer wieder Fotos vom sprudelnden Wasserhahn, an dem sich die Kinder der Schule von Pater Joseph Ssesaazi und die Frauen des Dorfes bedienen können.“ Schön – und wichtig, denn sauberes Wasser, sagt Dahmen, sei dort „leider keine Selbstverständlichkeit“.

Von dieser Hilfe erfuhr auch Abiturientin Julia Merkes aus Rommersheim. Das veranlasste sie dazu, ebenfalls ins afrikanische Land aufzubrechen, um sich dort vor allem für bedürftige Kinder einzusetzen. Julia kehrte nach vier Wochen zurück, mit vielen bleibenden Eindrücken und dem Gedanken, eine weitere Spendenaktion ins Leben zu rufen, wir berichteten darüber im Sommer.

Eifelerin unterstützt in Uganda: „Unglaublich viele tolle Rückmeldungen“

Jetzt haben sich die engagierten Eifeler wieder beim TV gemeldet. Denn sie wollen sich weiter einsetzen. Wie auch Julia Merkes, die nach ihrem Aufruf im TV so viel Unterstützung erhielt, dass sie ebenfalls weiter machen konnte: Sie habe, sagt sie, „unglaublich viele tolle Rückmeldungen zu meinem Projekt bekommen, meine Erwartungen bezüglich der Spenden wurden mehr als übertroffen.“

Die vier Kinder der Familie, um die sie sich besonders kümmert, „konnten bei Bedarf unbesorgt zum Arzt gehen. Desweiteren stehen ihnen mittlerweile genügend Hygienemittel, Klamotten und ein sicherer Ort zum Wohnen zur Verfügung.“

Aufgrund der Pandemie konnten die zwei ältesten Kinder der Familie zwar nicht, wie vorgesehen, im August die Schule besuchen, da sich das Land in einem langen Lockdown befand. Im Januar sollen die Schulen jedoch wieder öffnen, „sodass die beiden dann endlich am Unterricht teilnehmen können.“

Klassenraum soll im Frühjahr für die Schüler bereit sein

Inzwischen unterstützt Julia Merkes auch ein Schulbau-Vorhaben, zunächst geht es dabei um einen Klassenraum: Das sei schon gut vorangekommen. Jetzt hoffe man, dass der Raum im Frühjahr für die Kinder bereitstehe.

 Der Schulraum, der dank der Initiative von Julia Merkes und der Spenden aus der Eifel gebaut werden kann.
Der Schulraum, der dank der Initiative von Julia Merkes und der Spenden aus der Eifel gebaut werden kann. Foto: privat

Dabei wird es wohl nicht bleiben: Weitere Schulräume sollen folgen, um noch mehr Kindern den Unterrichtsbesuch zu ermöglichen, „denn die Nachfrage ist groß“.

Dank des hohen Spendenaufkommens konnte die Gruppe  2000 Euro darauf verwenden, den ärmsten  Kindern in der Pfarrei von Pater Joseph den Schulbesuch und das tägliche Essen für ein Jahr zu ermöglichen.

Dringend nötig sei die Unterstützung, schreibt Pater Joseph in einer E-Mail an Dahmen. Viele Familien könnten aufgrund ihrer Armut ihre Kinder kaum ernähren oder sich medizinische Behandlungen leisten. Auch der Schulbesuch kostet Geld. Und dann kam die Pandemie hinzu. Pater Joseph: „Covid-19 war die größte Herausforderung.“ Umso mehr danke er für die Spenden aus der Eifel.

Auch Sachspenden erhielten die Helfer, die in der Zwischenzeit, wie voriges Jahr angekündigt, einen Förderverein gegründet haben. Tom Fuchs aus Schönecken stiftete eine Motorsäge: „Morgens kam die Zeitung mit dem Bericht“, sagt Dieter Pilzecker vom Förderverein, „vormittags stand der Mann auf der Haustür und hat mir eine Motorsäge für Uganda überreicht.“

 Auch solche Spenden gehen ein: Tom Fuchs (links) aus Schönecken brachte bei Dieter Pilzecker eine Motorsäge vorbei.
Auch solche Spenden gehen ein: Tom Fuchs (links) aus Schönecken brachte bei Dieter Pilzecker eine Motorsäge vorbei. Foto: privat

Und wie geht’s weiter? Dieter Pilzecker wird, sofern möglich, im Frühling erneut nach Afrika fliegen. Dann will er dort auch Kurse für den korrekten Umgang mit der Säge anbieten.

Auch eine kleine Baumschule ist geplant

Auf dem Programm steht weiterhin die Patenschaft zur Ausbildung einer Fachkraft für Wasserwirtschaft. Außerdem soll ein nachhaltiges landwirtschaftliches Projekt unterstützt und finanziert werden. Dabei geht es um den Anbau lokaler Getreidesorten und Feldfrüchte, die um schnell wachsende Baumarten als Erosionsschutz für die Felder und als Habitat für die Tierwelt. Holz, sagt Dieter Pilzecker, „ist ein wertvoller Rohstoff und knapp in Uganda. Grundsätze der nachhaltigen Nutzung werden aber nur selten bedacht.“ Geplant ist darüber hinaus eine kleine Baumschule – „unter besonderer Berücksichtigung der heimischen Arten“.

Und Julia Merkes? Die will ebenfalls bald wieder nach Uganda reisen, wie sie sagt, „sofern es die Corona-Pandemie zulässt“.

Für alle Projekte  sind Spenden willkommen. Wer speziell die Initiative von Julia Merkes unterstützen will, sollte als Verwendungszweck „Projekt Julia” angeben. Steuerlich absetzbare Bescheinigungen können ausgestellt werden.

Der Verein freut sich über neue Mitglieder.  Beitrag: 120 Euro im Jahr. Schüler, Studenten und Auszubildende können kostenlos Mitglieder werden. Fragen beantwortet Heinrich Dahmen, Telefon 0171/7717338.

Das Spendenkonto:
Förderverein Uganda Hilfe Prüm e.V.
IBAN DE47 5866 1901 0100 0891 13
BIC: GENODED1WSC

Hier geht es zur Bilderstrecke: Starke Eindrücke: Julia Merkes und ihre Uganda-Reise