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Ukrainertreff in Bitburg-Mötsch soll Geflüchteten Einleben erleichtern

Solidarität : Ukrainertreff in Bitburg-Mötsch: Bei Kaffee und Tee auf andere Gedanken kommen

Immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine kommen auch in Bitburg unter. Mötschs Ortsvorsteher Heiko Jakobs will gemeinsam mit freiwilligen Helfern einen wöchentlichen Treffpunkt einrichten. Wann es losgehen soll und was genau geplant ist.

„Wir wollen in Mötsch einen regelmäßigen, ungezwungenen Treff für aus der Ukraine nach Bitburg geflüchtete Menschen anbieten“, kündigte Ortsvorsteher Heiko Jakobs sein Vorhaben auf Facebook an. Die Idee dahinter: Bei Kaffee und Tee sollen die geflüchteten Menschen aus der Ukraine und die Anwohner Gelegenheit haben, sich kennenzulernen und für einige Stunden auf andere Gedanken zu kommen.

Jakobs ist in seinem Vorhaben zweifelsohne auf Helfer und Helferinnen aus der Bevölkerung angewiesen. Alleine könnte er den Aufwand wohl nicht bewältigen. Bei so etwas lassen sich die Mötscher nicht zweimal bitten. Zum Planungstreffen hat sich ein gutes Dutzend eingefunden. Eine Dame ist sogar extra aus Körperich angereist und hat ihre Freundin aus Niehl direkt mitgebracht.

Der Wille zu helfen ist groß. Auf die Frage, wie sie von der Aktion in Mötsch erfahren habe, sagt Agnes Müller, eine Freundin habe es ihr auf WhatsApp geschrieben. „Ich möchte auch endlich etwas tun“, schiebt sie hinterher. Sie sehe täglich, wie sehr sich andere Menschen in ihrem Umfeld engagierten und die Aktion in Mötsch sei jetzt eine gute Gelegenheit, auch selbst zu helfen.

Was der Ukraine-Treff in Mötsch bieten will

Ortsvorsteher Jakobs erzählt, wie es zu der Aktion kam. Erst vergangene Woche habe man im Ortsrat die Idee gehabt und dann ginge alles ganz schnell. „Bei dieser Sache kann jeder schauen, in welchem Rahmen er helfen kann und möchte“, sagt Jakobs. Alles soll möglichst ungezwungen sein, sowohl für die geflüchteten Ukrainer wie auch für die Helfer. Kartenspiele oder gemeinsame Spaziergänge wolle man anbieten, um dabei ungezwungen ins Gespräch zu kommen. Wenn das Angebot gut angenommen werde, seien in Zukunft auch Dinge wie gemeinsames Grillen oder Fußballspielen möglich.

Auch Elif Ziehmer vom Caritasverband Westeifel ist anwesend. Sie ist als sozialpädagogische Fachkraft im Eifelkreis Bitburg-Prüm für die Koordination von Ehrenamtlichen und die Organisation von Angeboten für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen zuständig. Ziehmer will helfen, die Treffen in Mötsch zu koordinieren. „Das Angebot ist am besten für Menschen geeignet, die bereits in der Region untergebracht sind“, sagt sie. Zwar seien auch in der Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (Afa) in Bitburg viele Flüchtlinge aus der Ukraine, da diese aber so schnell wie möglich auf andere Orte und Unterkünfte weiterverteilt werden sollen, könne man mit ihnen kein längerfristiges Angebot realisieren.

Was sie sich von den Treffen erhoffe, möchte ich von Agnes Müller noch wissen. „Es wäre schön, wenn wir den Menschen aus der Ukraine etwas Ablenkung bieten und eine persönliche Beziehung aufbauen können.“

Die Treffen für aus der Ukraine geflüchtete Menschen sollen ab sofort jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr im Dorfhaus Jedermanns in Bitburg-Mötsch stattfinden. Interessierte Helfer und Ukrainer können sich bei Ortvorsteher Heiko Jakobs melden oder einfach spontan vorbeikommen.