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Umfrage: Das erhoffen sich Bürger von der Umgestaltung der Innenstadt

Stadtentwicklung : Speicherer wünschen mehr Leben am Marktplatz

Die Stadt Speicher plant, ihren Marktplatz umzugestalten. Und auch die Bürger wünschen sich Veränderungen in der Fußgängerzone. Mehr Grün könnte die Innenstadt vertragen, aber auch mehr Geschäfte und Gastronomie, sagen Anwohner.

 Konzentriert wirkt er der Bronzemann, wie er seine Vase töpfert. Wenn er lebendig wäre, würde er sich aber womöglich auch etwas einsam fühlen. Denn viel Gesellschaft hat die Statue des Handwerkers auf dem Speicherer Marktplatz nicht. Außer den vielen Autos, die hier vor den Geschäften parken.

Kunden hingegen sieht man weniger. Wir sehen vielleicht eine Handvoll Leute an diesem Nachmittag durch die Fußgängerzone spazieren. Das mag an der Pandemie liegen.

Ein wirklicher Treffpunkt für die Bürger der Stadt ist der Marktplatz aber schon lange nicht mehr. Oder, wie es eine der wenigen Besucherinnen an diesem Tag ausdrückt: „Der Platz ist tot.“

Ganz so drastisch sieht man die Lage der Innenstadt zwar im Rathaus nicht. Dennoch plant die Verwaltung eine Umgestaltung des Geländes, das künftig statt nur zum Parken auch „zum Verweilen“ einladen soll. Ein Planungsbüro soll nun in einer Studie festhalten, was machbar wäre.

Neu ist die Idee nicht. Schon 2001 hatten Studenten der Hochschule Trier sich mit Speicher befasst. Und der Fußgängerzone eine Generalüberholung verordnet. Zeichnungen aus dem Seminar zeigen einen Platz mit vielen Sitzbänken im Schatten von Bäumen. Viel Grün also und weniger Grau.

Hört man sich in der Stadt um, dann würde eine derartige Umgestaltung wohl auch den Bürgern gefallen. Der Speicherer Daniel Mottel etwa sagt: „Ich wünsche mir, dass der Platz etwas freundlicher wird und grüner.“

Der alte Baum, der hier schon seit Jahrzehnten seine Äste ausbreitet, müsse unbedingt stehenbleiben und weiter Schatten spenden. Was Mottel hingegen nervt, ist das Kopfsteinpflaster: „Wenn man da mit dem Einkaufswagen drüberrollt, wird man ganz schön durchgeschüttelt.“

Ähnlich sieht es Günter Schneider. Der früherer Beigeordnete der Stadt hofft ebenfalls auf „Bewegung auf dem Marktplatz“. Mehr Blumenschmuck fände der Speicherer daher schön. Aber auch neue Geschäfte und Cafés könnten die Innenstadt seiner Ansicht nach beleben.

Das sieht auch der 17-jährige Justin Hömske so: „Vor allem ein Lebensmittel-Laden wäre mal wieder nice.“ Denn nachdem der russische Discounter um die Ecke zugemacht hat, müsse man bis zum Rewe oder Aldi in der Kapellenstraße laufen. „Viel zu weit“, findet der Jugendliche, der zudem meint, die Siebziger-Jahre-Bauten auf dem Platz könnten zumindest mal einen neuen Anstrich vertragen.

Zum Brunnen auf dem Platz hat der 17-Jähige keine Meinung. Günter Schneider hingegen möchte die Fontäne nicht missen: „Die Anlage gefällt mir immer noch sehr gut.“ Stadtbürgermeister Erhard Hirschberg ist hier allerdings anderer Meinung.

Für den Christdemokraten ist gerade der Brunnen „ein Brennpunkt“. Denn der ist nicht mehr betriebsbereit und nehme auch viel Platz ein. Möglich also, dass er wegkommt.

Und wie steht es mit dem Grünzeug, das sich ja viele Bürger wünschen? „Die Bepflanzung mit Sträuchern und Blumen ist derzeit ausreichend durch die Beete und die Pflanzkübel“, findet Hirschberg. Der alte Baum immerhin steht nicht zur Disposition. Für dessen Erhalt hatte sich zuvor bereits der Hauptausschuss ausgesprochen. Ebenso übrigens für eine behindertengerechte, öffentliche Toilette auf dem Marktplatz.

Viel mehr ist allerdings noch nicht geklärt. Wie und wann die Fußgängerzone umgestaltet wird, soll aus der beauftragten Machbarkeitsstudie hervorgehen.

 Der alte Brunnen ist nicht mehr betriebsbereit. Manchem Bürger gefällt die Anlage aber. Was damit passieren soll, ist daher noch unklar.
Der alte Brunnen ist nicht mehr betriebsbereit. Manchem Bürger gefällt die Anlage aber. Was damit passieren soll, ist daher noch unklar. Foto: TV/Christian Altmayer

Deren Ergebnisse, sagt Stadtchef Erhard Hirschberg, werden demnächst im Ausschuss für Jugend, Familie, Sport und Planung vorgestellt und beraten. Später soll dann der Stadtrat Speicher eine Entscheidung treffen.